Anschlag in San Bernadino: Schwuler Coffeeshop-Besitzer unter den Opfern

Unter den 14 Opfern des Anschlags im kalifornischen San Berndino ist auch ein schwuler Mann: Der 42-jährige Daniel Kaufman betrieb einen Coffeeshop in dem Sozialzentrum. Nun trauert sein Mann um ihn.

Neben seinem Job im Coffeeshop hat er sich auch um die Behinderten, die bei ihm gearbeitet hatten, gekümmert. „Er war so wie immer: Fröhlich und redselig“, erinnert sich sein Partner Ryan Reyes an das letzte Mal, als er Kaufman sah.

Die beiden Männer waren seit drei Jahren ein Paar und haben sich vor dem Anschlag noch Nachrichten aufs Handy geschrieben. Die letzte bekam er um 10.37 Uhr. Dann rief ihn seine Schwester an, er möge die Nachrichten einschalten.

Es folgten 22 Stunden Ungewissheit.

22 Stunden, in denen Ryan Reyes jedem Hinweis folgte, zwischen Krankenhäusern und Treffpunkten für Überlebende hin- und herfuhr, um irgendeine Nachricht über seinen Partner zu bekommen.

Am nächsten Tag bekam er einen Anruf von Daniel Kaufmans Tante. 24 Stunden und eine Minute nach der letzten Nachricht seines Freundes sagte sie ihm, dass Daniel Kaufman bei dem Anschlag gestorben ist.

„Der Welt geht es nicht mehr so gut, weil es einen Menschen wie ihn weniger gibt“, trauert Reyes im Lokalsender KABC-TV um seinen Partner: „Jeder, mit dem Sie reden, der Daniel kannte, wird ihnen erzählen, dass die Welt wirklich einen der besten Menschen verloren hat, der jemals gelebt hat“, beschreibt er ihn. „Für so viele Menschen war er ein Lichtblick, er hat gern geholfen und war bereit, dir seinen letzten Groschen zu geben.“

Daniel Kaufman versteckte seine sexuelle Orientierung nicht: Stolz trug er nicht nur während der Lesben- und Schwulenparade seine Regenbogenohrringe. Auch, als er ermordet wurde, trug er diesen Schmuck als Zeichen für die Welt.

Insgesamt 14 Menschen wurden am Mittwoch von den Attentätern, einem Ehepaar, im Inland Regional Center in San Bernardino ermordet. Es ist noch nicht bekannt, ob die Tat einen terroristischen Hintergrund hat. Die Täter wurden auf der Flucht erschossen.