Linzer FPÖ-Stadtrat Hein killt Ampelpärchen

Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat der neue Linzer FPÖ-Stadtrat Markus Hein die Ampelpärchen auf der Mozartkreuzung entfernt. Seit Freitag sind dort wieder „normale“ Single-Ampelmännchen zu sehen.

Erst seit 12. November 2015 ist Hein als Verkehrsstadtrat im Amt – und schon zeigt der FPÖ-Politiker, wo er die Schwerpunkte seiner Arbeit sieht. Offenbar liegen diese nicht unbedingt im Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder einem Ende der Staus – sondern darin, Lesben und Schwule in der Stahlstadt nicht zu sichtbar zu machen.

In einer seiner ersten Amtshandlungen lässt Hein, der als Markus Noveska geboren wurde, die Ampelpärchen an der Mozartkreuzung entfernen. „Ampeln sind ein Verkehrszeichen und dürfen nicht dazu missbraucht werden, Gesinnungsbotschaften zu übermitteln“, lässt der FPÖ-Verkehrsstadtrat dazu über die Medien ausrichten.

Er wolle auf den Linzer Ampeln ein „einheitliches Erscheinungsbild“, so Hein. Die Ampelpärchen seien „völlig unnötig“, die Rechtslage für gleichgeschlechtliche Paare sei in Österreich fortschrittlich, ist der freiheitliche Stadtrat überzeugt.

„Genauso wenig wie das Binnen-I den Frauen bei der Gleichstellung hilft, bringen die Ampelpärchen homosexuellen Paaren mehr Rechte“, ätzt Markus Hein über die schwul-lesbischen Ampelpärchen, die in Wien von der Grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou vorgestellt und seitdem in vielen deutschsprachigen Städten kopiert wurden.

So auch in Linz, das nach Wien und Salzburg die dritte österreichische Stadt mit Ampelpärchen war. An der Mozartkreuzung in der Innenstadt leuchteten seit Juni ein schwules, ein lesbisches und ein Hetero-Paar.

Die Vorgängerin von Markus Hein, SPÖ-Verkehrsstadträtin Karin Hörzing lobte die Initiative als „Zeichen für Offenheit und Toleranz“ – eine Ansicht, die ihr Nachfolger offenbar nicht teilt. Die Einführung der Ampelpärchen war in Linz eine private Initiative, so entstanden dem Steuerzahler so keine nennenswerte Kosten.