San Bernadino: Schwules Terroropfer rettete mindestens vier Menschenleben

Daniel Kaufman, jener schwule Mann, der beim Terroranschlag im kalifornischen San Bernadino, erschossen wurde, war ein ganz besonders herzenswarmer und freundlicher Mensch. Das hat sein Partner Ryan Reyes kurz nach dessen Tod bereits erzählt. Bei seiner Trauerfeier wurde nun klar: Er war auch ein Held.

Als Syed F. und seine Frau Tashfeen M. begannen, in der Aula des Gebäudes um sich zu schießen, war Kaufman, Inhaber eines kleinen Coffeeshops, gerade dort. Ihm war die Sicherheit der anderen wichtiger als die eigene: Er schrie den Leuten zu: „Raus! Geht! Jetzt raus! Schnell!“ und begann, Menschen aus der Gefahrenzone zu bringen und sagte ihnen, sie sollten zur Türe laufen.

Dann wurde er von den beiden Terroristen selbst erschossen.

Mit seinem beherzten Verhalten hat er mindestens vier Menschen das Leben gerettet. Trotzdem macht sein Partner auf der Trauerfeier eines klar: „Ich spreche für Daniel und mich, wenn ich sage, dass dieser Angriff die Leute nicht dazu bringen sollte, Muslime anders zu behandeln als jeden anderen. Diese Tragödie wurde von einer radikalen Gruppe begangen. Wir machen nicht alle Christen verantwortlich für die Taten der Westboro Baptist Church, warum sollen wir also alle Muslime für die Taten ihrer Westboro-Version verantwortlich machen? Das macht keinen Sinn“, so Ryan Reyes. „Muslime geben gleich viel Liebe und Fürsorge wie jeder andere. Es hat Daniel krank gemacht und macht auch mich krank, dass Amerikaner sich weigern, auch so zu denken.“

Und er setzt das Statement in seiner bewegenden Trauerrede fort: „Mein Herz und mein Mitgefühl sind bei allen Muslimen, die keine Mitglieder dieser radikalen Gruppen sind. Es tut mir leid, dass – warum auch immer – die Menschen nicht zu verstehen scheinen, dass radikale Gruppen und Terroristen nicht für alle Muslime sprechen. Seid euch gewiss, dass ich euch nicht für das verantwortlich mache, ich liebe euch als Brüdern und Schwestern im Geist der Humanität, wie es Daniel gemacht hätte“, so Reyes, der seinen Freund bei dem Terroranschlag von San Bernadino verloren hatte.

Viele Menschen, die an der Trauerfeier am Samstag teilnahmen, erinnern sich an Daniel Kaufman als den Mann, der immer lächelte. Seine Freunde erzählten, was sie mit ihm erlebten – dabei lachten und weinten sie. „Es war egal, in welcher Stimmung er war, wenn es dir schlecht ging, hat er mit einem breiten Lächeln gefragt: ‚Geht es dir gut? Ich bringe dich zum lachen. Ich sorge, dass es dir wieder besser geht‘“, erinnert sich Ryan Reyes, der drei Jahre mit ihm zusammen war: „Gott, ich vermisse ihn.“

Bei dem Terroranschlag, der in der vergangenen Woche in einer sozialen Einrichtung in der südkalifornischen Stadt stattfand, starben außer Daniel Kaufman noch 13 weitere Menschen. 17 weitere wurden teils schwer verletzt. Die Täter wurden während ihrer Flucht von der Polizei bei einem Schusswechsel getötet.