Linzer Tourismusdirektor hätte gern mehr Ampelpärchen

Kritik an der Entscheidung, die Ampelpärchen an der Linzer Mozartkreuzung abzumontieren, kommt auch vom Fremdenverkehrs-Verantwortlichen. Tourismusdirektor Georg Steiner ist von der Demontage der Ampelscheiben durch FPÖ-Stadtrat Markus Hein „nicht begeistert“, wie er den „OÖ Nachrichten“ sagt.

Hein hatte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Ampelpärchen abmontieren lassen – was für herbe Kritik sorgte, auch von anderen Mitgliedern der Stadtregierung. Dort wird Heins Initiative auch Thema sein: Die Ampelpärchen wurden auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt.

Man versuche im Tourismus, Linz als offene Stadt zu positionieren – da ist die Eigeninitiative des blauen Verkehrsstadtrats nicht förderlich. So fürchtet auch Bürgermeister Klaus Luger von der SPÖ, dass Linz künftig als „nicht weltoffen und kleinkariert“ gebrandmarkt wird. Schließlich haben Medien aus aller Welt – von der BBC über das TIME Magazine – über die Demontage der Ampelpärchen berichtet.

Stadtrat Hein steht weiter hinter der Entscheidung: Sexualität habe „nichts in der Öffentlichkeit zu suchen“, sagte er bei einer Pressekonferenz. Es sei nur eine „Minderheit“, die sich über die Demontage der Ampelpärchen aufrege. Er selbst habe viel Zuspruch für seine Entscheidung bekommen.

Eine Meinung, die Bürgermeister Luger nicht teilt. Der Stadtchef wirft den Freiheitlichen vor, „rückwärtsgewandt zu denken und der Stadt durch die Aktion Schaden zugefügt zu haben“ – auch wenn die Aktion rechtlich in Ordnung war.

Für Tourismusdirektor Steiner ist es aber noch zu früh, über die negativen Auswirkungen der FPÖ-Initiative zu reden: „Das kann man erst hinterher sagen“, erklärt er. Linz wird weiter versuchen, sich international als weltoffene Stadt zu präsentieren. „Ich kann mir deshalb auch mehr Ampelpärchen in der Stadt vorstellen“, so der Tourismusdirektor.