[Audio] Gery Keszler über das Ende seiner Beziehung und Kardinal Schönborn

Einen hohen Preis hat Gery Keszler, Organisator des Life Ball, für sein Outing als HIV-Positiver gezahlt: Seine Beziehung mit dem Künstler und ehemaligen Modedesigner Andreas Fischbacher, wie er gestern gegenüber Claudia Stöckl im Ö3-Sonntagstalk „Frühstück bei mir“ verraten hat.

„Man kann jemanden lieben und wissen, dass es nicht funktioniert“

Obwohl sein Partner Keszler bei der Rede moralisch unterstützte und sie auch wollte, waren die öffentlichen Reaktionen zu viel für die Beziehung: „Meine damalige Beziehung ist sehr strapaziert worden am Ball, man mutet einem Partner viel zu“, erinnert sich der Vater des Life Ball: „Diese Trennung hat mich sehr traurig gemacht. Man kann jemanden enorm lieben und gleichzeitig wissen, dass es nicht funktionieren kann.“ Im Sommer kam es dann zur Trennung.

Dass sich Gery Keszler bei seiner Rede auf dem Rathausplatz als HIV-positiv geoutet hat, war richtig und wichtig, meint er rückblickend: „Ich hatte tausende Reaktionen, Gott sei Dank war keine einzige negativ.“ Doch einfach war der Schritt nicht: „Es hat viel Kraft und Mut gebraucht“, erinnert sich der 52-Jährige an die Stunden und Tage davor.

„Dancing Stars“ und Jakobsweg in Life-Ball-Pause

Dass Keszler dieses Jahr in der ORF-Show „Dancing Stars“ auftritt, ist für ihn auch ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit: „Mir geht es darum aufzuzeigen, dass ein HIV-Positiver genauso Spaß haben kann beim Tanzen. Fitness für HIV-Positive ist etwas Wesentliches.“ Die Zuseher sollen „einfach sehen wie Gery Keszler tickt“, hofft er.

Weiters möchte Keszler die Life-Ball-Pause zur inneren Einkehr nutzen. „Ich möchte den Jakobsweg gehen“, verrät er Claudia Stöckl im Ö3-Talk.

Life Ball 2017 mit Hilfe der Kirche?

Mit der so gewonnenen Energie will Keszler im Jahr 2017 den Life Ball wieder organisieren: „Es wird ihn definitiv geben. Ich habe große Begeisterung in diese nächste Ära zu gehen“, gibt er sich optimistisch. Und dafür hat er auch schon erste Ideen: „Ich würde mir wünschen, dass das Thema Kirche ein Teil vom Life Ball werden kann“, so der 52-Jährige. Zum Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, hat er eine gute Gesprächsbasis: Er war einmal zu einem privaten Abendessen eingeladen. „Es war ein inspirierendes Gespräch und wir schreiben einander“, so Keszler.