Schwule Sex-Sklaven aus Ungarn in die USA gelockt: Elf Jahre Haft

Ein 26-jähriger Ungar wurde nun in Miami zu elf Jahren Haft verurteilt. Er hat Landsleute in die Vereinigten Staaten gelockt und sie in New York und Miami zur Prostitution gezwungen – bis zu 20 Stunden am Tag.

Mit falschen Versprechungen in die USA geholt

Gemeinsam mit zwei Komplizen hat András Janos Vass seit 2012 den Zuhälterring aufgezogen. Bis zu acht Männer waren gleichzeitig in ihrer Gewalt. Zwei der Opfer hat Vass über die schwule Dating-Webseite PlanetRomeo kennengelernt, ein anderes war ein Stricher, der „mit Zigeunern zusammengelebt hat“, als er Vass über Facebook kennenlernte.

Die drei Männer zwangen ihre Opfer entweder, als Escorts Sex mit Kunden zu haben oder mit Webcam-Sex Geld für ihre Zuhälter zu verdienen. Ironischerweise war das legale Gesicht dieser Ausbeutung eine Firma mit dem Namen „Never Sleep Inc.“

Zigaretten und Nahrung als Belohnung für genügend Freier

Eines ihrer Opfer, ein heute 24-jähriger Ungar, sagte vor Gericht aus, Vass und seine Komplizen haben damit gedroht, seine Familie umzubringen, wenn er ihnen nicht gehorche. Das tat er – denn einer der Komplizen betonte regelmäßig, in Ungarn Polizist gewesen zu sein und immer noch über entsprechende Kontakte zu verfügen.

Wenn er genügend Freier bedient hatte, gab es Extramahlzeiten und Zigaretten als Belohnung. Wer sein Plansoll nicht erfüllte, wurde mit einem Schwert bedroht, erzählt der 24-Jährige. Sein Leben haben die Männer so fast zerstört: „Es ist für mich sehr schwer, unter Leute zu gehen. Ich habe angefangen, viel zu trinken, um zu vergessen. Ich habe alle meine Freunde verloren.“

„Sie haben mich benutzt wie eine Maschine*

Vor Gericht wurde die schriftliche Stellungnahme eines zweiten Opfers verlesen: „Ich war in ihrer Gewalt, den ganzen Tag, die ganze Naht. Sie haben mich benutzt als ob ich eine Maschine wäre. Sie haben mich an Unbekannte verkauft. Ich durfte nicht müde sein. Ich durfte nicht traurig sein.“

Die Opfer, die Vass köderte, glaubten, in New York einer legalen Arbeit nachgehen zu können. Sie dachten, „sie wären nur einige Monate in New York und würden zehntausende Dollar machen, bevor sie in ihr Heimatland zu ihren Familien zurückkehren“, schrieb Homeland-Security-Agentin Melissa Pavlikowski in ihrem Haftbefehl.

Einkünfte für die Zuhälter: Bis zu 40.000 pro Monat – für jeden

Stattdessen wurden sie in eine Einzimmer-Wohnung gebracht und mussten dort den ganzen Tag Sex haben. Bis zu acht Männer mussten sich das kleine Apartment teilen. Maximal sechs Stunden konnten sie schlafen, ihre Tortur dauerte viele Monate. Sie selbst sahen keinen Cent, während Vass und seine Komplizen pro Person und Monat bis zu 40.000 Dollar einnahmen.

„Ihre Menschenhändler nutzten verschiedene Möglichkeiten, um sie versklavt zu halten, inklusive der Isolation von anderen, das Vorenthalten von Reise- und Identifikationsdokumenten und finanzielle Manipulationen, damit sie ständig Schulden hatten“, so Pavlikowski.

Nachdem die Situation in New York zu gefährlich für die Bande wurde, übersiedelten sie mit ihren Sex-Sklaven im August 2012 nach Miami, wo sie auch nach kurzer Zeit schließlich verhaftet wurden. Bereits im April wurde er schuldig gesprochen, nun wurde das Strafmaß verkündet.

Vass bereut seine Taten

Vass ist sich seiner Verbrechen bewusst: „Nachdem ich meine Strafe abgesessen habe, würde ich gerne ein neues ehrliches Leben beginnen und ich bitte Gott um Hilfe und werde jeden Tag um Vergebung beten“, sagte er vor Gericht. Sein Verteidiger erklärte, dass Vass selbst ein Opfer gewesen sei, bevor er zum Täter wurde: Er soll von einem seiner Komplizen gezwungen worden sein, den anderen zu heiraten. „Er war nicht derjenige, der gewalttätig war“, betont Vass’ Anwalt Adam Goodman.

Die elf Jahre Haft sind ein vergleichsweise mildes Urteil: Richard Hersch, Richter im Gerichtsbezirk Miami-Dada hätte András Vass zu einer Höchststrafe von 155 Jahren Gefängnis verurteilen können. Mit seinem Urteil liegt der Richter sogar unter der erwarteten Mindeststrafe von 21 Jahren. Es ist das erste Mal, dass ein Gesetz gegen Menschenhandel, das in Florida 2012 in Kraft trat, auf einen schwulen Fall angewandt wurde. Vass’ Komplizen Viktor Berki, der ehemalige Polizist, und Gabor Acs warten noch auf ihren Prozess.