Beim Sex mit einem Freund erwischt: Teenager zündet sich aus Verzweiflung an

In Agra, einer 1,7 Millionen Einwohner zählenden Stadt im Norden von Indien, hat sich ein Teenager selbst angezündet, weil er es nicht mehr ertragen konnte, wegen seiner Homosexualität gehänselt zu werden. Der Bursche hat dabei ernsthafte Verbrennungen erlitten, ist aber außer Lebensgefahr.

Der 15-Jährige, der im letzten Jahr der beste Schüler seiner Schule war, hatte sich zuvor für zwei Tage in seinem Zimmer eingeschlossen. Am Sonntag übergoss er sich mit Diesel und zündete sich an. Schreiend vor Schmerzen lief er wie eine lebende Fackel durch die Wohnung seiner Eltern.

Familienmitglieder und Nachbarn reagierten schnell: Sie versuchten, den Brand mit Wasser zu löschen und einer Decke zu ersticken. Dann wurde er ins Krankenhaus der Stadt, die durch das Taj Mahal weltbekannt ist, eingeliefert. Die Diagnose der Ärzte: 40 Prozent der Haut an seinen Beinen und der Brust sind verbrannt.

Spießrutenlauf nach unfreiwilligem Outing

„Er kann noch nicht vernünftig sprechen. Die Ärzte sagen, er ist außer Lebensgefahr, aber das glaube ich erst, wenn mein Sohn mit mir sprechen möchte“, sagte der Vater des 15-Jährigen der „Times of India“.

Der Zeitung erklärte der Vater auch die Motive für diese Verzweiflungstat: Der Vorzugsschüler wurde erwischt, al er mit einem Freund in einem nahegelegenen Park Sex hatte. „Die Neuigkeiten haben sich rasch verbreitet, und einige Leute haben ihn damit aufgezogen und bedroht“, so der Vater.

Homosexualität ist verboten

Schwuler Sex ist in Indien noch immer illegal. Der entsprechende Paragraph 377 des indischen Strafgesetzes, ein Erbe aus der britischen Kolonialzeit, wurde 2013 vom Höchstgericht wieder eingesetzt. Im Dezember scheiterte ein Versuch, Homosexualität zu entkriminalisieren: Die Abgeordneten stimmten mit 71 zu 24 Stimmen gegen die Aufhebung.