Home Allgemein Wasserwerfer und Schlagstöcke gegen küssende Homo-Paare in Peru

Wasserwerfer und Schlagstöcke gegen küssende Homo-Paare in Peru

Bereits zum zweiten Mal wurde in der peruanischen Hauptstadt Lima eine Aktion zum Valentinstag gewaltsam aufgelöst: Schwule, Lesben und Transgender haben sich über soziale Netzwerke zu einem friedlichen Kiss-In anlässlich des Valentinstags getroffen. Doch die Polizei hat sogar Wasserwerfer verwendet, um die Versammlung aufzulösen.

Die Veranstaltung war als Aktion gegen Homo- und Transphobie geplant, wie das lokale LGBT-Blog „Sin Eqiguetas“ (Ohne Etikett) berichtet. Treffpunkt für das Kiss-In war der Plaza de Armas in Lima. Einige Teilnehmer hatten Regenbogenflaggen mit, andere küssten sich.

Doch dann löste die peruanische Polizei die Kundgebung mit Gewalt auf: Sie vertrieb die Teilnehmer mit Wasserwerfern und körperlicher Gewalt vom Platz und jagte einige Teilnehmer durch die Straßen der Innenstadt. Videos zeigen, dass die Polizisten dabei auch Schlagstöcke verwendet haben dürften. Eine Journalistin von „Sin Eqiguetas“ wurde an der Augenbraue verletzt, als sie eigenen Angaben zufolge einer anderen Teilnehmerin helfen wollte.

Wie die peruanische LGBT-Organisation „Movimento Homosexual de Lima“ berichtet, wurden auch Unbeteiligte und Menschen, die sich nicht küssten, von der Polizei attackiert. Mehrere Personen wurden leicht verletzt.

Die Polizei rechtfertigte den brutalen Einsatz damit, dass für den Plaza de Armas ein generelles Demonstrationsverbot gelte. Ob der Einsatz allerdings in dieser Form angemessen war, wird derzeit in Peru heftig diskutiert. Denn einerseits ist unklar, ob ein Kiss-In als Demonstration gilt, und kulturelle oder religiöse Veranstaltungen konnten auf dem zentralen Platz immer stattfinden.

Für „Movimento Homosexual de Lima“ ist das Verhalten der Polizei klar homophob: Jeden Tag würden sich tausende heterosexuelle Paare auf dem Platz küssen – doch eingegriffen haben die Beamten, als sich schwule und lesbische Paare küssten. Wer einen homosexuellen Kuss als Protest ansehe, zeige bereits eine falsche Auffassung von Gleichheit, so die Organisation. „Wir werden angegriffen, weil wir anders lieben“, so einer der jungen Teilnehmer während der Unruhen.

Doch so leicht wollen sich Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender nicht vom zentralen Platz Limas vertreiben lassen: Die Organisation „Besos Contra La Homophobia“ (Küsse gegen Homophobie) hat zu einem weiteren Kiss-In am Samstag auf dem Plaza de Armas aufgerufen. Mehr als 900 Menschen haben zu dieser Veranstaltung auf Facebook bereits zugesagt.

Niemand könne Küsse, Zuneigung und Liebe verbieten, so die Veranstalter: „Wir kehren mit unseren Küssen auf die Straßen zurück, denn wir schämen uns nicht dafür, so zu sein, wie wir sind. Und wir wissen, dass diese Revolution nur gewonnen wird, wenn wir kämpfen.“

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