Samstag, 13. April 2024
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Zwei Angriffe auf LGBT-Organisationen in Warschau

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In der polnischen Hauptstadt Warschau hat es innerhalb von zwei Tagen zwei Angriffe auf die Büros von LGBT-Organisationen gegeben. Angegriffen wurden die Organisationen „Lambda Warszawa“ und die „Kampagne gegen Homophobie“ (Kampania Przeciw Homofobii).

Steinschlag auf Büro

So wurde in der Nacht auf Mittwoch das Büro von „Lambda Warszawa“ in der Nähe des Kulturpalasts angegriffen: Unbekannte warfen einen Stein durch ein Fenster des Büros. Die Räumlichkeiten sind durch eine Regenbogenflagge von außen als LGBT-Organisation erkennbar.

Außer den zerbrochenen Scheiben gab es keinen weiteren Schaden. Es ist nicht der erste Angriff auf die Organisation in letzter Zeit: Vor etwa einem Monat hatten Unbekannte versucht, nachts in das Büro von „Lambda Warszawa“ einzubrechen. Da ihnen das nicht gelang, ritzten sie rassistische Zeichen und Parolen in die Eingangstüre und steckten ein Plakat in Brand.

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Unbekannte wollten Büro stürmen

Am Donnerstag gab es einen Angriff auf eine weitere LGBT-Organisation in Warschau: Drei junge Männer überfielen das Gebäude der 2001 gegründeten „Kampagne gegen Homophobie“. Die Mitarbeiter bemerkten den Angriff rechtzeitig und konnten sich verbarrikadieren.

„Die Männer schrien beleidigende Wörter und schlugen und traten auf die Tür ein“, zitiert das deutsche Online-Portal „queer.de“ einen Mitarbeiter der Organisation. Bevor die herbeigerufene Polizei eintraf, flüchteten die Angreifer.

Auch hier ist es nicht der erste Angriff auf die Organisation: Bereits im Dezember mussten sich die Mitarbeiter bei einem ähnlichen Vorfall verschanzen, berichtet die „Kampagne gegen Homophobie“.

Beide Organisationen engagieren sich politisch für die Rechte sexueller Minderheiten. Außerdem finden in ihren Räumen Gruppentreffen und Beratungen für LGBT statt.

Angriffe häufen sich

Angriffe auf die Organisationen gab es in den letzten Jahren immer wieder, erinnern sich die Aktivisten von „Lambda Warszawa“ und der „Aktion gegen Homophobie“. In letzter Zeit häuften sie sich aber.

Das Klima in Polen wird rauer – und die Machübername der konservativ-populistischen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ („Prawo i Sprawiedliwo“/PiS) gibt den Homo-Hassern in Polen offenbar das Gefühl, sexuelle Minderheiten offen angreifen zu können.

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