Samstag, 15. Juni 2024
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Norwegen: Kirchliche Hochzeit für Homo-Paare beschlossen

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In Norwegen können schwule und lesbische Paare künftig auch kirchlich heiraten. Das hat die Synode der protestantischen Landeskirche am Montag mit großer Mehrheit beschlossen.

So stimmten 88 der 115 Synoden-Teilnehmer dafür, einen alternativen Hochzeitsgottesdienst für homosexuelle Paare auszuarbeiten. Bei der nächsten Synode Ende Jänner 2017 könnte diese Liturgie dann angenommen werden. Völlig gleichgestellt sind schwule und lesbische Ehepaare allerdings nicht: Den Pastoren soll es vorbehalten bleiben, ob sie die Zeremonie durchführen wollen oder nicht.

Über die Öffnung der Traugottesdienste streiten die norwegischen Protestanten bereits seit 1992. Nach den letzten Wahlen zu den Kirchengremien im September 2015 war es klar, dass eine Mehrheit der Synodenmitglieder eine Öffnung ihrer Kirche begrüßen würden.

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Gard Realf Sandaker-Nielsen von der liberalen Bewegung „Offene Kirche“ sprach von einem „Signal an die norwegische Gesellschaft“, dass Homosexuelle nicht anders behandelt werden dürften.

In Skandinavien halten bereits die Landeskirchen in Schweden und Dänemark gleichwertige Traugottesdienste für schwule und lesbische Paare ab. In Deutschland haben dies drei der zwanzig evangelischen Landeskirchen beschlossen. Die evangelische Kirche A.B. in Österreich traut gleichgeschlechtliche Paare nicht.

Knapp drei Viertel der mehr als fünf Millionen Norweger sind Mitglieder der protestantischen Landeskirche. Die Zivilehe ist in Norwegen für gleichgeschechtliche Paare bereits seit 2009 geöffnet.