Dienstag, 16. Juli 2024
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Sieben Tiere verbrennen qualvoll: Homophobie als Motiv?

Hatte der Brandstifter ein Problem mit den schwulen Herrchen?

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Mussten drei Hunde und vier Katzen sterben, weil ihre Besitzer schwul waren? Das behaupten zumindest der 63-jährige Brian Aldo Baldie und sein acht Jahre älterer Ehemann Ron Pelletier aus Canaan im US-Bundesstaat Maine.

Vor sieben Monaten wurde ihr Haus zum Ziel eines Brandanschlages. Die beiden Männer waren zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause, doch ihre geliebten Tiere überlebten den Anschlag nicht. Sie kamen in den Flammen ums Leben.

Die Opfer dachten sofort an ein Hassverbrechen

Nun wurde ein Tatverdächtiger festgenommen: Der 30-jährige Matthew Short wird nun wegen Brandstiftung, Einbruch und Tierquälerei angeklagt. Der Polizei erzählte Short, er brach in das Haus des schwulen Paares ein, weil er dachte, sie hätten ihm 150 Dollar aus seiner Wohnung gestohlen.

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Baldie und Pelletier nannten diese Anschuldigungen „wahnsinnig“: Sie hätten Short kaum gekannt, erklärten sie. „Warum würde jemand in ein Haus einbrechen, ein bisschen Geld mitnehmen, ein bisschen Schmuck, und dann das Haus mit den Tieren drinnen in Brand setzen?“, fragt Baldie: „Das macht keinen Sinn. Es müsste ein Hassverbrechen sein.“

Täter soll Problem mit der Homosexualität der Opfer gehabt haben

Ein Verdacht, der auch durch die Prozessakten gestützt wird. Einem Freund soll der mutmaßliche Täter gesagt haben, er „mag die Typen nicht wegen ihrer Sexualität“, berichtet der „Portland Press Herald“. Sollte er das Haus wirklich angezündet haben, weil die Besitzer schwul sind, würde der Fall als Hassverbrechen behandelt werden, was die mögliche Strafe deutlich erhöht.

Die Polizei will diesem Verdacht aber nicht weiter nachgehen. Polizeisprecher Steve McCausland erklärte dem „Herald“, die Ermittler gingen nach wie vor davon aus, dass Rache für die entwendeten 150 Dollar das Motiv für die Brandstiftung war – auch wenn es keine Anzeichen dafür gab, dass die Männer Short das Geld wirklich weggenommen haben. Ein Hassverbrechen schließt McCausland aus. „Die sexuelle Orientierung eines Beteiligten war kein Schwerpunkt der Ermittlungen“, sagt er der Zeitung.

Für Ron Pelletier hat sich sein Leben durch die Brandstiftung in seinem Haus für immer geändert. „Ich vertraue niemanden mehr. Ich sperre die Türen zu. Wenn ich einen Hund bellen höre, denke ich an die Hunde, die im Feuer starben. Wenn ich eine Feuerwehrsirene höre, denke ich daran“, so der 71-Jährige.