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Transgender-Verbot in US-Streitkräften wurde aufgehoben

US-Militär kommt auch für Kosten auf, die durch Geschlechtsanpassung entstehen

Symbolbild: US-Army
Symbolbild - Trish Harris/US Army

In den Vereinigten Staaten dürfen Transgender ab sofort in Kampfeinheiten dienen. Ein entsprechendes Verbot hat das Militär gestern aufgehoben. Die Entscheidung kommt fünf  Jahre, nachdem die „Don’t Ask, Don’t Tell“-Regel aufgehoben wurde, die offen lebenden Lesben und Schwulen einen Dienst in den US-Streitkräften unmöglich gemacht hat.

„Das ist das Richtige für unsere Leute und die Streitkräfte“, erklärte Verteidigungsminister Ash Carter die Entscheidung. Nun kann niemand aufgrund der Geschlechtsidentität aus den US-Streitkräften entlassen werden oder ihm die erneute Einberufung verwehrt werden.

Armeeangehörige können nun auch während ihrer aktiven Zeit eine Geschlechtsanpassung vornehmen. Das könnte Schätzungen zufolge bis zu 270 Personen pro Jahr betreffen. Die neue Regelung wird vorerst ein Jahr getestet und betrifft in dieser Zeit nur Transgender, die schon in der Armee sind. Für sie werden schon in den nächsten 90 Tagen geschlechtsanpassende Behandlungen  aus der Krankenversicherung für Armeeangehörige bezahlt. Nach der Testphase können sich Transgender in die US-Streitkräfte einschreiben, wenn sie in ihrem Geschlecht 18 Monate „stabil“ leben.

Die Besten sollen für das Land kämpfen

„Unsere Mission ist es, dieses Land zu verteidigen, und wir wollen keine Barrieren, die nichts mit der Qualifikation einer Person zu dienen zu tun haben, die uns abhalten, einen Soldaten, Seemann, Luftwaffenangehörigen oder Marine, der eine Mission am besten absolvieren kann, zu rekrutieren oder zu halten“, erklärte Carter.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir einen Grund haben, heute stolz zu sein“, erklärt der Verteidigungsminister weiter: „Es ist das Richtige. Unser Militär, und die Nation, die es verteidigt, werden dadurch stärker.“

„Ich hoffe, schon bald meine Uniform tragen zu können“

Auch Betroffene sind über diese Entscheidung glücklich: „Ich hoffe, schon bald wieder einberufen zu werden und in der nächsten Zukunft meine Uniform als Soldatin in der US-Armee tragen zu können“, erklärt Jamie Ewing, die als Transgender aus der Armee entlassen wurde, der BBC.

Doch die Entscheidung findet nicht nur Zustimmung: Jim Inhofe, republikanischer Senator aus Oklahoma, kritisierte die Regierung, weil sie „ihre soziale Agenda vorantreibt“. Der republikanische Kongressabgeordnete Max Thornberry aus Texas, Vorsitzender des Militärausschusses, nannte die Entscheidung „das letzte Beispiel, dass das Pentagon on der Präsident Politik über POLICY stellen“.

Mehr als 10.000 Transgender betroffen

Nach einer Studie der Rand Corporation, die vom Militär in Auftrag gegeben wurde, gibt es unter den 1,3 Millionen Angehörigen der US-Streitkräfte bereits heute zwischen 2.500 und 7.000 Transgender, in den Reserveeinheiten sind es noch einmal zwischen 1.500 und 4.000.

Eine andere Studie des Palm Center, das sich mit Genderfragen im Militär beschäftigt, schätzt die Zahl der Transgender-Militärangehörigen sogar auf 12.800. Im Vereinigten Königreich, Israel oder Australien können Transgender bereits im Militär dienen.

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