Homophobie? Band wollte nicht in Szene-Radio zu hören sein

Warum zwei junge Musiker ein Problem mit einem LGBT-Webradio haben

Q Radio
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Gehörig ins Fettnäpfchen gesetzt hat sich eine kleine österreichische Band auf der Suche nach dem großen Erfolg: So wollte „FogMoon“ aus Niederösterreich gerne auf dem Websender „Q Radio“ gespielt werden – bis sie herausgefunden haben, dass die Grazer Station „Maxximum Queer Music“ spielt. Die Band machte daraufhin einen Rückzieher, den sie jetzt zutiefst bereut.

„FogMoon“ besteht aus zwei jungen Burschen, um die 16 Jahre alt. Auf ihrer Homepage zeigen sie stolz Videos von ihren ersten drei Auftritten, die sie in der Nähe von Wien hatten. Das Klinkenputzen für ihre erste Single „Things“ war erfolgreich. Radiosender in der Schweiz, Mexiko oder Liechtenstein haben die Nummer einmal in ihr Programm genommen, auch das freie Radio Orange in Wien spielt das Lied.

Teenager wollten nicht, dass Song bei „speziellem Szene-Sender“ läuft

Auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, ihren Song zu verbreiten, stießen „FogMoon“ schließlich auf „Q Radio“, ein in Graz ansässiges Webradio für die LGBT-Community. Doch nach der ersten Zusage der Radiomacher machte die Band einen Rückzieher. „Wir haben nicht gewusst, dass es sich bei Eurem Sender um einen speziellen Szene-Sender handelt“, schrieb die Band dem zuständigen Redakteur. „Wir möchten nicht, dass unser Song bei Euch gespielt wird bzw. Infos über unsere Band auf Eurem Sender aufscheinen.“

Das Team von „Q Radio“ veröffentlichte einen Screenshot der Nachricht auf seinem Facebook-Profil. Und der zeigte Wirkung. „Man hat noch nix von der Band gehört, weiß aber schon, dass sie homo-feindlich ist“, schreibt ein User auf Facebook. Auch auf der Fanseite der Band auf Facebook gan es Kritik. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht.

Der Band wurde ihr Fehler mittlerweile schmerzhaft klar

„Die Jungs hatten offenbar Angst, dass sie in der Schule verarscht werden“, erzählt André Brunner-Fruhmann, Programmchef von „Q Radio“, gegenüber GGG.at. Er hat mit den Teenager nach dem Posting ein ausführliches Gespräch geführt.

Das Problem an der Sache ist also nicht, dass die Band vielleicht homophob wäre – sondern ihre Umgebung. Und damit die traurige Tatsache, dass unter 16-Jährigen Zuspruch aus der LGBT-Community zum Problem werden könnte.

Denn die Burschen von „FogMoon“ haben ihren Fehler mittlerweile eingesehen: „Sie posten eine Stellungnahme und Entschuldigung auf deren Facebook-Seite. So haben sie die Chance es richtig zu stellen – und wir werden das dann auch wieder teilen“, erklärt Brunner-Fruhmann den Deal mit den Jungmusikern. Und die dürften auch ihre Lektion über Toleranz gelernt haben, ist der Radio-Chef überzeugt.