Heute startet Österreichs queerstes Filmfestival

Von Sehnsucht und Leidenschaft in Havanna bis zum Lebensweg schwuler und lesbischer Flüchtlinge deckt "Transition" auch dieses Jahr wieder ein breites Spektrum ab.

Viva
Edition Salzgeber

Eines der größten LGBT-Filmfestivals Österreichs startet heute: „Transition“ verwandelt die Wiener Kult-Kinos Schikaneder, Top Kino und Urania noch bis 18. November in einen ganz besonderen Ort. Das Festival, das sich als einziges in Europa mit queeren Minderheiten beschäftigt, findet dieses Jahr bereits zum fünften Mal statt.

Die Schwerpunkte sind dabei so vielfältig wie das Leben: Regenbogenfamilien, Refugees, Sexualität & Behinderung, HIV und Aids sowie Queer Porn – all das ist bei den 14 Spielfilmen, 32 Kurzfilmen und 10 Dokumentarfilmen vertreten. Den Anfang macht heute „Viva“: Der Eröffnungsfilm führt uns in die kubanische Hauptstadt Havanna und erzählt die Geschichte des jungen Friseurs Jesus.

Dieser findet sein Glück als Viva in einer kubanischen Travestie-Bar. Doch sein Vater will ihm verbieten, jemals wieder als hingebungsvolle Diva aufzutreten. Der Film beginnt heute um 19.30 Uhr. Danach wird gefeiert. Ab 22.00 Uhr startet die Opening-Party mit DJane NicA, die neben Dance und Trash vor allem der House-Music verfallen ist.

Einer der Schwerpunkte für das diesjährige „Transition“ liegt auf der Hand: Das Kurzfilmprogramm am Montag widmet sich dem Thema Flüchtlinge. „Es wird oft vergessen, dass viele Geflüchtete aufgrund ihrer Sexualität ihr Heimatland verlassen mussten – genau solchen Geschichten wollen wir uns annehmen“, so Yavuz Kurtulmus, Direktor des Festivals.

Den Höhepunkt dieses Schwerpunkts bilden der Kurzfilm „My Refugee Story“ aus dem Libanon. Dieser 16-minütige Film einer LGBTIQ-Jugendgruppe im Libanon erzählt die Geschichten von Angehörigen sexueller Minderheiten aus Syrien, die aus eigenem Stücken oder gegen ihren Willen in den Libanon kamen. Der ägyptische Regisseur Mohamed Nour Metwally und die palästinensische, queer-feministische Soziologin und Aktivistin Nour Abu-Assab werden für eine anschließende Podiumsdiskussion vor Ort sein.

Doch neben Filmvorführungen, Diskussionsveranstaltungen und Workshops soll auch das Feiern nicht zu kurz kommen. „Partys sind ein fixer Bestandteil von ‚Transition‘. Wir sind sehr stolz auf die queere Vielfalt bei unseren Festen und wollen ihr heuer gleich vier Gelegenheiten bieten zu feiern, abzutanzen und neue Kontakte zu knüpfen“, freut sich Kurtulmus. Am Eröffnungswochenende gibt es von orientalischen Beats über BallCanCan bis hin zu Pop’n’Trash ein breites Angebot an Veranstaltungen.