Überraschung in Philadelphia: 50 Cent in US-Schwulenclub

Der homophobe Rapper war im "Voyeur" in Philadelphia, um Werbung für seinen Wodka zu machen

50 Cent
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Er hat jungen Schwulen zum Selbstmord geraten, er hat Gewalt gegen Schwule verherrlicht, und er hat gemeint, die TV-Serie „Empire“ hätte wegen „schwulem Zeug“ in ihrer Handlung Millionen Seher verloren. Und trotzdem durfte US-Rapper 50 Cent am Wochenende in einem beliebten Schwulenclub in Philadelphia auftreten, um Werbung für Effen, die Wodkamarke des Rappers, zu machen.

Und so war 50 Cent, der bürgerlich Curtis James Jackson III. heißt, auf der Bühne des „Voyeur“ und rappte dort für das Publikum. Doch nicht allen Gästen war dabei wohl zumute. „Warum 50 Cent? Er ist nicht einmal schwul“, ärgerte sich Stammgast Davante Rashad. „Er ist so homophob, wie man nur sein kann und benutzt uns nur, damit wir seinen verdammten Wodka kaufen“, fügte er hinzu. „Ich hab‘ hier noch nie so viel Rap an einem Abend gehört – sie versuchen wirklich, an das Geld der Schwarzen zu kommen“, wunderte sich auch Jay Simmons, ein schwuler Schwarzer aus Atlantic City.

50 Cent: „Ich bin nur wegen des Wodkas hier“

Auch der Rest der Party, war der Location offenbar nur bedingt angemessen: So gab es als optischen Anreiz einige leicht bekleidete Tänzerinnen und einen Mann, der in einem Ganzkörper-Anzug mit LED-Beleuchtung tanzte. Als ein Reporter des lokalen Szenemediums „G Philly“ den Rapper fragte, warum er das „Voyeur“ besuchte, sagte er nur: „Ich bin hier für Effen Wodka“.

Und offenbar war es auch für 50 Cent nicht ganz angenehm, in einem Schwulenclub aufzutreten. Auf seinen eigenen Social-Media-Kanälen hat der Rapper seinen Auftritt nicht erwähnt und auch keine Bilder gepostet – obwohl er seine Auftritte in Hetero-Clubs für seine Wodka-Marke durchaus ausführlich mit seinen Fans teilt.

Club-Manager ist von dem Auftritt begeistert

Doch Michael Weiss, einer der Eigentümer des „Voyeur“ und der nahe gelegenen Bar „Woodys“, hält es für eine gute Idee, 50 Cent in seinem Club auftreten zu lassen, um für seinen Wodka zu werben – natürlich ohne finanzielle Hintergedanken. „Wir möchten mit der Community zusammenzuarbeiten, um zu zeigen, dass wir inklusiv sind“, erklärt er „G Philly“. Die Bar sah sich vor kurzem mit dem Vorwurf des Rassismus konfrontiert.

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