13 neu entdeckte HIV-Infektionen in Vorarlberg

Zahl liegt im Trend, aber über dem langjährigen Durchschnitt

Kondome mit Red Ribbon
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In Vorarlberg wurden im letzten Jahr 13 neue HIV-Infektionen diagnostiziert. Damit liege man über dem langjährigen Durchschnitt, erklärt die Aidshilfe Vorarlberg. Der Grund dafür: Immer mehr Menschen lassen sich testen – was auch zu mehr entdeckten Infektionen führt. Derzeit leben in Vorarlberg 351 HIV-Positive. Vier weitere Personen, die sich im letzten Jahr infiziert hatten, dürften von ihrer Infektion nicht wissen.

Mehr Tests sorgen für mehr entdeckte Infektionen

Wegen der höheren Rate der Getesteten ist die Aidshilfe Vorarlberg mit dem vergangenen Jahr auch zufrieden, so deren Leiterin Renate Fleisch. Die Aidshilfe feiert dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum. Und in dieser Zeit hat sich besonders bei der Behandlung von HIV-Positiven viel getan. So gilt eine Infektion mit dem Virus heute als chronische Krankheit, die behandelt werden kann. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz von Infizierten werde immer höher, freut sich Fleisch.

Trotzdem möchte die Aidshilfe Vorarlberg das nächste Jahr vor allem nutzen, um Vorurteile abzubauen. Eine zu große Rolle spielen Diskriminierung, Angst und Scham im Leben von HIV-Positiven noch immer. Und auch die Hemmschwelle, sich testen zu lassen, ist noch immer recht hoch, bemerkt man in Vorarlberg. Dass jeder Mensch im Ländle seinen HIV-Status kennt, ist deshalb eines der Ziele der Aidshilfe.

Land Vorarlberg stärkt der Aidshilfe den Rücken

Unterstützung dafür gibt es vom Land Vorarlberg: Nachdem letztes Jahr die Aidshilfe kurz vor der Schließung stand, weil der Bund seine Förderungen kürzen wollte, ist das Land eingesprungen. Und das werde es wieder tun, versprach Gesundheitslandesrat Christian Bernhard von der ÖVP. Er stehe „vollkommen“ hinter der Aidshilfe und setze sich dafür ein, dass sie auch im kommenden Jahr im jetzigen Umfang bestehen bleibe. Für Finanzierungslücken, die durch den Bund entstehen, werde das Land einspringen. Verhandlungen darüber werden nächste Woche in Wien geführt.

Langfristig hat die Aidshilfe Vorarlberg ein sehr ambitioniertes Ziel: Bis 2030 soll es im Ländle keine neuen HIV-Infektionen mehr geben. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Ziel auch erreicht werden kann.