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Hedwig von Beverfoerde erneut „Miss Homophobia“

Die 53-Jährige macht Stimmung gegen altersgerechten Aufklärungsunterricht und verschärft mit ihren Demonstrationen das Klima gegen sexuelle Minderheiten

Hedwig Freifrau von Beverfoerde
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Zum zweiten Mal in Folge hat die schwul-lesbische Menschenrechtsgruppe „Enough is Enough! Open Your Mouth!“ (EiE) Hedwig Freifrau von Beverfoerde zur „Miss Homophobia“ gekürt. Die 53-jährige, die tief in katholisch-konservativen Kreisen verankert ist, organisiert in Deutschland die „Demos für alle“. In denen wird unter anderem mit falschen Behauptungen Stimmung gegen die Ehe-Öffnung und adäquaten Aufklärungsunterricht gemacht.

Hass-Propaganda der Konservativen: Community in Sorge

In einer Internet-Abstimmung setzte sich die Mutter von drei Kindern mit fast 50 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen die homophoben Publizistinnen Birgit Kelle und Gabriele Kuby durch. „Wir wissen, dass weder die Auswahl der Kandidatinnen noch die Abstimmung repräsentativ ist. Trotzdem zeigt das deutliche Ergebnis, wie groß die Sorge innerhalb der LGTBI*-Community über die Ressentiments sind, die durch das Umfeld der ‚Demo für alle‘ kultiviert werden“, erklärt Alfonso Pantisano, Sprecher von „Enough is Enough“ zu der Wahl.

Mit der Organisation der „Demo für alle“ mache Freifrau von Beverfoerde Stimmung dagegen, dass Homosexualität als gleichwertige Form sexueller Orientierung wahrgenommen werden soll. Das richte vor allem bei Jugendlichen und großen Erwachsenen großen Schaden an, warnt Pantisano. Denn Homosexualität werde in der Welt der diesjährigen „Miss Homophobia“ Hedwig Freifrau von Beverfoerde „wie eine Krankheit“ dargestellt, vor der besonders junge Menschen geschützt werden müssten. „Wir als Menschenrechtsinitiative wissen aus unserer täglichen Arbeit auch, wie sehr sich Eltern und Lehrer immer mehr verunsichert fühlen, und ein entspannter angemessener Umgang mit dem Thema Homosexualität immer schwieriger wird“, berichtet der EiE-Sprecher aus seiner Erfahrung.

Homosexualität: CDU und CSU nähern ihre Positionen der AfD an

Auch die gesellschaftliche Stimmung gegenüber sexuellen Minderheiten könnte durch die von Beverfoerde organisierten Demonstrationen kippen, warnt Pantisano: „Kampfbegriffe wie ‚Frühsexualisierung‘, werden heute ganz selbstverständlich in der politischen Debatte benutzt, obwohl die damit verbundenen Vorwürfe und Szenarien rein konstruiert sind und mit der tatsächlichen Situation nichts zu tun haben. Weder sollen in deutschen Schulen Kinder ‚sexualisiert‘ werden, noch geht es darum, für Homosexualität zu ‚werben‘.“

Besonders gefährlich ist dabei, dass die Allianzen der „Demo für alle“ immer breiter werden: „Die ‚Demo für alle‘ arbeitet nicht nur mit der AfD zusammen. Sie wirkt auch in andere Parteien hinein, insbesondere in die Union. Die CSU hat sich in ihrem Grundsatzprogramm gerade gegen eine ‚Relativierung‘ der Ehe und eine angebliche ‚Frühsexualisierung‘ ausgesprochen. Hedwig Freifrau von Beverfoerde hat ganz persönlich einen großen Anteil daran, dass Homophobie in unserer Gesellschaft salonfähiger wird“, so der EiE-Sprecher voll Sorge. Von Beverfoerde ist Mitglied der CDU und im Kreisvorstand der CDU Jerichower Land in Sachsen-Anhalt.

Von Beverfoerde sagt, sie will keinen Hass gegen Homosexuelle schüren

Die Aktivisten von „Enough is Enough“ rufen die Community und ihre Verbündeten auf, sich diesem Hass entgegen zu stellen. „Es sind zum allergrößten Teil ihre Kinder, gegen die sich dieser Hass richtet“, macht Alfonso Pantisano klar.

Sie selbst kann die Kritik an ihrer Person nicht verstehen. Gegenüber dem Berliner „Tagesspiegel“ betonte Hedwig Freifrau von Beverfoerde bereits im Vorjahr, noch nie etwas gesagt zu haben, das Angst oder Hass gegen Homosexuelle schüre, und dies könne ihr auch nicht nachgewiesen werden.