„Grindr-Killer“ des vierfachen Mordes schuldig gesprochen

Staatsanwalt zeigte: So gerissen ging Stephen Port vor, um seine Vergewaltigungen zu vertuschen

Stephen Port
privat

Stephen Port, der in England als „Grindr-Killer“ bekannt wurde, ist heute des vierfachen Mordes schuldig gesprochen worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er vier junge Schwule getötet hatte, um seine sexuellen Fantasien zu befriedigen. Das Urteil nahm er ohne erkennbare Erregung entgegen. Ein Strafmaß wurde noch nicht verkündet.

Opfer übers Internet nach Hause geholt, dann betäubt und vergewaltigt

Der 41-Jährige Koch kontaktierte seine späteren Opfer über Dating-Websites wie Grindr. Die Polizei konnte ihm 18 verschiedene Accounts auf zwölf Webseiten nachweisen. Als die Burschen schließlich bei ihm zu Hause waren, gab er ihnen Getränke, die mit der „Vergewaltigungsdroge“ GHB versetzt waren. Nachdem sie bewusstlos waren, vergewaltigte er sie.

Bei Anthony Walgate, Gabriel Kovari, Daniel Whitworth und Jack Taylor war allerdings eine tödliche Dosis der Droge in den Getränken. Sie starben. Die Leichen legte Stephen Port zwischen Juni 2014 und September 2015 auf einem Friedhof ab, der etwa 500 Meter von seiner Wohnung im Osten Londons entfernt war. Dabei hinterlegte er die GHB-Fläschchen und in einem Fall sogar einen gefälschten Abschiedsbrief auf ihren Körpern, um einen Selbstmord vorzutäuschen.

Falscher Abschiedsbrief sollte Selbstmord eines Opfers vortäuschen

„Der Brief wurde geschrieben, um den Eindruck zu erwecken, dass Daniel Whitworth freiwilig eine Überdosis genommen hat, zusammen mit Schlaftabletten, um sich umzubringen, weil er sich selbst die Schuld dafür gab, Gabriel Kovari die tödliche Dosis gegeben zu haben“, erklärte Staatsanwalt Jonathan Rees während des Prozesses.

Port hat sich bis zuletzt nicht schuldig bekannt. Allerdings schenkten ihm die Geschworenen keinen Glauben. Sie verurteilten ihn zunächst wegen Mordes an Kovari, Whitworth und Taylor sowie wegen zahlreichen sexuellen Übergriffen. Am frühen Abend sprachen sie ihn auch in dem Mord an erstem Opfer Anthony Walgate für schuldig.

Insgesamt wurde Stephen Port in 29 Delikten angeklagt. Bis jetzt wurde er in einem Großteil davon schuldig gesprochen, die er an insgesamt zwölf Opfern verübt hatte, darunter die vier Morde. Die anderen Delikte, die er den Geschworenen zufolge begangen hatte, waren siebenfache Verwendung einer illegalen Droge, drei Vergewaltigungen und drei sexuelle Angriffe.