Islamisten-Maulwurf beim Verfassungsschutz war in Schwulenpornos

Das Leben des 51-jährigen Roque M. hatte mehr unerwartete Wendungen als gedacht.

Polizei
Symbolbild - Fotolia

Immer bizarrer wird die Geschichte jenes Mannes, der beim deutschen Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als mutmaßlicher Islamist enttarnt wurde. Unter jenem Namen, den er auch als Tarnidentität für seine radikalen Aktivitäten genutzt hatte, soll der 51-jährige Roque M. auch Schwulenpornos gedreht haben.

Sehr eindeutige Beweise beim Durchsuchen der Wohnung gefunden

Das berichtet die angesehene „Washington Post“. Demnach fanden die Ermittler bei der Durchsuchung der Wohnung des gebürtigen Spaniers nicht nur Beweise dafür, dass er Dienstgeheimnisse verraten haben könnte. Den Beamten fiel auch homosexuelles Pornomaterial in die Hände, das den verheirateten Vater von zwei Kindern als Darsteller zeigt.

Die Aufnahmen, die strafrechtlich nicht relevant sind, sollen aus dem Jahr 2011 stammen. Unter welchem Namen der 51-Jährige sowohl in den Schwulenpornos als auch in islamistischen Chatrooms zu finden war, hält das Bundeskriminalamt (BKA) aus ermittlungstaktischen Gründen geheim.

Hat er Dienstgeheimnisse verraten und einen Anschlag geplant?

Gegen Roque M., der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, wurde am 17. November Haftbefehl erlassen. Er steht im dringenden Tatverdacht der versuchten Verletzung von Dienstgeheimnissen sowie einer „versuchten schweren staatsgefährdenden Gewalttat“. Angeblich hat der 51-Jährige, der vor zwei Jahren geheim zum Islam konvertiert sein soll, einen Anschlag auf die Zentrale des Bundesamts für Verfassungsschutz in Köln geplant.

Zur Behörde kam der Mann erst vor sieben Monaten als Quereinsteiger. Der ehemalige Bankbeamte hatte alle Sicherheitsüberprüfungen einwandfrei bestanden. Im Bundesamt für Verfassungsschutz sollte er Islamisten überwachen. Durch verdeckte Ermittler flog er allerdings als Maulwurf auf.

Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft in Düsseldorf hat Roque M. mittlerweile ein Teilgeständnis abgelegt. Wegen Fluchtgefahr sitzt er in Untersuchungshaft.