Alexander Van der Bellen ist Bundespräsident

Er gewinnt die Wiederholung der Stichwahl mit großem Vorsprung

Alexander Van der Bellen
Van der Bellen 2016

Mit überraschend deutlichem Vorsprung hat Alexander Van der Bellen die Bundespräsidentschaftswahl gewonnen. Der aktuellen Hochrechnung des ORF zufolge hat er mit 53,3 Prozent gegen den rechtspopulistischen FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer gewonnen. Das endgültige Ergebnis steht erst Anfang der kommenden Woche fest.

Mit Alexander Van der Bellen zieht ein betont LGBT-freundlicher Kandidat in die Hofburg ein. So hat er die parlamentarische Bürgerinitiative „Ehe gleich“ unterzeichnet und angekündigt, Teil des Kuratoriums sein, welches die Arbeit des Rechtskomitee Lambda (RKL) unterstützt.

Schon früh setzte sich Alexander Van der Bellen für die völlige Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Eherecht ein: „Wenn zwei Männer oder zwei Frauen sich darauf versteifen, denselben Fehler zu machen wie die Heterosexuellen, sollen sie das tun können“, sagte er im Jahr 2005. Anlässlich der Nationalratswahl 2008 sagte er bei einer Fernsehdiskussion auf die Frage, was er in den ersten 100 Tagen Regierung umsetzen würde, spontan „die Homo-Ehe“.

Im Gegenzug dazu zeichnete sich Norbert Hofer im Wahlkampf durch LGBT-feindliche Aussagen aus. So sagte er letzte Woche in „Café Puls“, er sein kein Freund der „Homo-Ehe“, weil „die Ehe eigentlich gedacht war als Institut für eine Beziehung, aus der Kinder hervorkommen können.“ Und er legt nach: „Zum Schutz der Kinder, das war der Sinn der Ehe.“

Bereits in der ersten Runde des Wahlkampfs hat Norbert Hofer Stimmung gegen Regenbogenfamilien gemacht. So meinte er in einem Fernsehduell er sei nicht dafür, dass gleichgeschlechtliche Pärchen Kinder adoptieren dürfen. Als ihn seine Gegenkandidatin, die ehemalige Höchstrichterin Irmgard Griss, erinnerte, dass der Verfassungsgerichtshof diese Frage bereits zugunsten der Regenbogenfamilien entschieden hat, meinte Hofer fast trotzig: „Das entscheidet das Parlament!“