Freiheitlicher Antrag für „natürliche Familie“ findet Mehrheit

Regenbogenfamilie
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Die Südtiroler Freiheitlichen haben im Landtag von Bozen einen Antrag zum „Schutz der natürlichen Familie“ eingebracht. Zwei der drei Teile des Antrages wurden – von rechtskonservativer Propaganda entledigt – von der Mehrheit des Landtages genehmigt.

Für die Familie, gegen Sexualaufklärung

Die Südtiroler Landesregierung solle „stets auf die Bedeutung der natürlichen Familie auf der Basis von Mann und Frau“ hinweisen und diese fördern, die „grundsätzliche kulturelle Bedeutung der Familie in den Bereichen Bildung und soziale Verantwortung“ hervorheben und stärken sowie „die Publikation ‚Standards für die Sexualaufklärung in Europa‘ nicht an Südtiroler Schulen“ anwenden. Das forderten die Südtiroler Freiheitlichen erstmals im Jahr 2014. Nun wurde ihr Antrag im Landtag diskutiert und darüber abgestimmt.

Mehrheitlich abgelehnt wurde die Präambel zum Antrag. Darin hieß es unter anderem: „Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und als solche auf den Schutz durch die Gesellschaft, als auch durch den Staat angewiesen, wie dies auch in der Erklärung der Menschenrechte von 1948 verankert ist.“

Landesrätin: „Wir unterstützen alle Familienformen“

Doch der Familienbegriff habe sich seither gewandelt, wandte Landesrätin Waltraud Deeg von der Südtiroler Volkspartei ein. Das Land unterstütze alle Familienformen, betonte sie. Wichtig sei, dass ein Kind gute Bedingungen vorfinde, um sich zu entwickeln. In Südtirol würden zwei von drei Ehen gelingen, und das sei europaweit ein gutes Niveau, erklärte Deeg.

Ebenfalls war in der mehrheitlich abgelehnten Präambel die Warnung vor „Gender-Ideologien“ und „homosexuellen Ideologien“, die an den Schulen „angeworben“ würden. „Bei Gender-Ideologien wird das biologische Geschlecht aufgelöst in ein sogenanntes soziales Geschlecht. Besonders bei Kindern und Jugendlichen kann sich dies auf die eigene Identität und die Entwicklung manipulierend auswirken“, heißt es in dem Freiheitlichen Antrag.

Dazu würde nach Meinung der Freiheitlichen auch die von der WHO verbreitete Publikation „Standards für die Sexualaufklärung in Europa“ beitragen, die deshalb nicht an den Südtiroler Schulen verbreitet werden solle. Landesrätin Deeg betonte, dass die Publikation derzeit nicht an die Schüler verteilt werde, sie empfehle deshalb eine Ablehnung dieses Punktes.

Antragspunkte „für die Familie“ finden Mehrheit

Die Mehrheit des Landtages kam dieser Empfehlung nach. Angenommen wurden allerdings die ersten beiden Punkte des Freiheitlichen Antrags: Dass die Südtiroler Landesregierung auf die grundsätzliche Bedeutung der Familie auf Basis von Mann und Frau sowie die kulturelle Bedeutung der Familie bei Bildung und sozialer Verantwortung hinweisen solle.

Allerdings machte die Mehrheit der Südtiroler Abgeordneten aus der „natürlichen Familie“, wie sie im Freiheitlichen Antrag stand, eine einfache „Familie“. Sven Knoll von der rechtskonservativen „Süd-Tiroler Freiheit“ kritisierte, dass dieser Begriff gegen andere Familienformen gerichtet sei und der Realität nicht gerecht werde. Er betonte, dass Homosexualität „keine Gefahr für Heterosexuelle“ sei.

Doch Pius Leitner von den Südtiroler Freiheitlichen verteidigte in seinem Wortbeitrag den Begriff „natürliche Familie“ gegenüber der „traditionellen Familie“: Traditionen gebe es verschiedene auf dieser Welt, die natürliche Fortpflanzung bleibe überall gleich, meinte der Freiheitliche.