[Video] „Queen of Gypsy Music“ Ezma Redžepova ist tot

Die mazedonische Sängerin setzte sich auch für sexuelle Minderheiten ein

Ezma & Lozano
Marko Marinkovich/MRT

Die bekannte mazedonische Sängerin Ezma Redžepova ist tot. Sie starb am Sonntag in der Hauptstadt Skopje im Alter von 73 Jahren. Einem breiten Publikum in ganz Europa wurde die „Queen of Gypsy Music“ durch ihren Auftritt beim Eurovision Songcontest in Malmö 2013 bekannt.

Eine starke Stimme, die auch Stellung bezog

Geboren wurde sie 1943 in Skopje. Ihre Karriere begann im ehemaligen Jugoslawien, wo sie als Angehörige der Roma-Minderheit mit jüdischen, serbischen und albanischen Wurzeln zu einer starken Stimme der Sinti und Roma wurde. Sie wurde nicht nur für ihre kraftvolle Stimme geliebt, sondern auch für ihr Talent, schwierigste Gesangspartien sauber zu singen.

Gemeinsam mit dem mazedonischen Pop-Sänger Vlatko Lozanoski trat sie 2013 für die ehemalige jugoslawische Republik beim Song Contest mit dem Titel „Pred da se razdeni“ (deutsch: Vor dem Sonnenaufgang) auf. „Die Farben- und Formenpracht ihrer Bühnenkleider – und die ihrer Auftritte bei Partys und Pressekonferenzen – war selbst für ESC-Verhältnisse verblüffend opulent“, schreibt der deutsche Song-Contest-Experte Jan Feddersen in seinem Nachruf auf der offiziellen deutschen Homepage des Bewerbs. Trotz großer Begeisterung des Publikums vor Ort schaffte es das ungleiche Paar nicht ins Finale.

Aufregung um angebliche schwulenfeindliche Äußerungen

Für Aufregung während des Song Contests sorgten angebliche homophobe Äußerungen von Ezma Redžepova in der serbischen Tageszeitung „Kurir“, die sie später heftig dementierte. So soll Redžepova unter anderem gesagt haben, Lozanoski sei „ständig an den Hintern gegrapscht“ worden.

Kurz darauf empörte sich Ezma über den Artikel: „Das ist eine Erfindung. Ich habe nie so etwas gesagt. Wenn du erwachsen bist, kannst du leben wie du möchtest. Ich liebe alle Schwule und sie lieben mich. Ich habe sie nie beleidigt oder etwas Böses über sie gesagt. Ich habe keine Vorurteile“, ärgerte sich in mazedonischen Medien.

In ihrer Heimat war Ezma Redžepova auch dafür bekannt, sich gegen Vorurteile und Diskriminierung einzusetzen. „Als Roma ist sie besonders empfindlich gegenüber der Verurteilung aller Minderheiten. Sie unterstützt die schwul-lesbische Community zu 100 Prozent“, so das Management damals in einer offiziellen Stellungnahme.