Homophober Angriff: 19-Jähriger erleidet Kopfverletzungen

Erneut gab es in Berlin einen homophoben Angriff

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S-Bahn Berlin/David Ullrich

In Berlin gab es am Montagnachmittag einen schwulenfeindlichen Angriff gegen einen 19-Jährigen. Das Opfer rief die Polizei erst einige Zeit nach der Tat, als er wieder zu Hause war. Die Fahndung nach dem Täter läuft.

Auf der S-Bahn-Station Tempelhof angesprochen, geschlagen und getreten

Gegen 17.00 Uhr wurde der junge Mann am 26. Dezember von einem Unbekannten auf einem Bahnsteig der S-Bahn-Station Tempelhof aus unbekannter Ursache angesprochen und schwulenfeindlich beleidigt. Der 19-Jährige wollte offensichtlich keine Konfrontation und entfernte sich daraufhin von dem Mann. Doch der Unbekannte folgte dem Burschen. Unerwartet schlug er ihm plötzlich mit der Faust ins Gesicht.

Durch die Wucht stürzte das Opfer und fiel auf den Bauch. Daraufhin trat der Unbekannte den 19-Jährigen noch mehrere Male in den Rücken. Als der mutmaßliche Täter von seinem Opfer abließ, flüchtete der junge Mann vom Ort des Geschehens.

Erst zu Hause rief der 19-Jährige Rettung und Polizei

In seiner Wohnung im Bezirk Schöneberg angekommen rief der 19-Jährige Polizei und Rettung. Er wurde mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht und dort behandelt. Mittlerweile konnte er aus dem Spital entlassen werden. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Nähere Angaben zum Angreifer wurden nicht veröffentlicht.

Die Berliner Polizei ist die einzige Behörde in Deutschland, die in ihrem Polizeibericht offen mit homophoben Hassverbrechen umgeht. Zuletzt wurden zwei Männer Anfang Dezember in einer U-Bahn-Station im Stadtteil Neukölln angegriffen. Ein Monat zuvor wurde ein 24-Jähriger bei einer Straßenbahn-Haltestelle beschimpft und angegriffen.

Der Kriminalstatistik zufolge wurden im Jahr 2015 mehr als dreißig Prozent mehr homophobe Vorfälle der Polizei gemeldet als im Jahr zuvor. Dieses Jahr hat der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) bereits im November als 113 Angriffe auf sexuelle Minderheiten in Berlin gezählt. Im letzten Jahr waren es im gleichen Zeitraum 107 derartige Verbrechen. Wie hoch die Dunkelziffer ist, ist nicht bekannt. Schwerpunkte der Taten waren die Bezirke Mitte, Kreuzberg und Schöneberg. 40 Prozent der Angriffe konnten aufgeklärt werden.