Kult-Regisseur John Waters im Krankenhaus

Die Weihnachtsparty des "Pope of Trash" fand dieses Jahr ohne den Gastgeber statt

John Waters
Strevo/Flickr - CC BY-SA 2.0

Der bekannte queere US-Filmemacher John Waters hat dieses Jahr seine eigene Weihnachtsparty versäumt: Der 70-Jährige musste den Abend im Krankenhaus verbringen. Dort wurde er wegen seiner Nierensteine behandelt, mittlerweile konnte er wieder entlassen werden.

„Eine John-Waters-Party ohne John“

Die Party am 23. Dezember in John Waters‘ Haus in Baltimore ist bereits eine lieb gewordene Tradition unter Freunden des Regisseurs und Autors. Doch dieses Jahr fehlte der Gastgeber. „Es war ein sehr schräger Freitagabend, eine John-Waters-Party ohne John“, erzählte einer der Gäste einer Lokalzeitung.

„Nachdem meine Party immer privat und inoffiziell war, glaube ich, ich werde das auch so beibehalten“, schrieb Waters danach in einer E-Mail an die Gäste der Weihnachtsparty. „Mir geht es gut, und es ist ein neues Konzept in der Heimunterhaltung – der Gastgeber lässt sich nicht blicken. Alles ist gut. JW.“

Für den Regisseur geht ein erfolgreiches Jahr zu Ende

Für John Waters war 2016 ein sehr erfolgreiches Jahr. Er trat mit seiner Live-Show „A John Waters Christmas“ in 18 Städten auf, letzte Station war seine Heimatstadt Baltimore am 21. Dezember. Sein Filmklassiker „Hairspray“ wurde in einer Liveversion auf NBC ausgestrahlt. Eine restaurierte Version seines Films „Multiple Maniacs“ aus dem Jahr 1970 kam diesen Sommer in die US-Kinos.

John Waters gilt als „schwarzes Schaf“ der US-Filmemacher – dort hat er auch den Spitznamen „Pope of Trash“. Die Filme des offen schwulen Regisseurs provozierten oft die Zensur und auch die Grenzen des guten Geschmackes. Seine frühen Werke, „Pink Flamingos“, „Female Trouble“ und „Desperate Living“, sind unter Filmkennern auch als „Trash-Trilogy“ bekannt.

Immer mehr Anerkennung für John Waters vom Mainstream

In den letzten Jahren erhielt Walters immer mehr Anerkennung vom Mainstream. So drehte er 1990 die Rock’n’Roll-Parodie „Cry-Baby“ mit Johnny Depp, Iggy Pop, Traci Lords oder Willem Dafoe. Vier Jahre später drehte er die schwarze Komödie „Serial Mom“ mit Kathleen Turner als serienmordende Hausfrau.

Sein größter Erfolg, „Hairspray“ aus dem Jahr 1988, wurde im Jahr 2002 als Musical auf dem Broadway aufgeführt. Diese Version wurde 2007 erneut verfilmt – mit einem Cameo-Auftritt von John Waters.