„Homosexualität heilbar“: Autorin Birgit Kelle mit Anwalt gegen Kritikerin

Politikerin der "Linken" in Bremen hat aus Kelles Büchern offenbar falsche Schlüsse gezogen

Birgit Kelle
CDU

Mit der vollen Härte des Gesetzes geht die homophobe Autorin Birgit Kelle gegen ihre Kritiker vor: Das CDU-Mitglied hat einer Bremer Politikerin verboten zu behaupten, dass sie Homosexualität für eine heilbare Krankheit halte und glaube, Frauen seien an sexuellen Übergriffen selbst schuld.

Bremer Politiker behauptete, Kelle halte Homosexualität für heilbar

Das hat die Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Sofia Leonidakis von der Linkspartei in einem Interview mit dem „Weser-Kurier“ behauptet. Sie hat sich dabei auf eine Passage aus Kellers Buch „Gendergaga“ bezogen. Dort heißt es wörtlich: „Nichts bringt die Gender-Szene mehr in Aufruhr als das Angebot, Menschen dabei zu helfen, beispielsweise ihre Homosexualität, also ihr Geschlecht, abzulegen, zu verändern, zu überdenken. Da werden aus Therapeuten dann böse ‚Homoheiler‘, denen manch einer, wie etwa der Bundestagsabgeordnete und Schwulenaktivist Volker Beck, ihr Ansinnen sogar gesetzlich verbieten will.“

Daraus kann der Autorin zufolge nicht der Schluss gezogen werden, dass für sie Homosexualität eine heilbare Krankheit sei. Mit Hilfe des Kölner Medienanwalts Ralf Höcker, der unter anderem auch die AfD in ähnlichen Prozessen vertreten hatte, ging Birgit Kelle deshalb gegen Sofia Leonidakis vor. Wie die Kanzlei am 22. Dezember mitteilte, habe Leonidakis eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben und sich zur Übernahme der Anwaltskosten verpflichtet. Der „Weser-Kurier“ hat die beanstandeten Zitate bereits aus seinem Onlineartikel gelöscht.

Rechtskonservative Aktivistinnen gegen Rechte für sexuelle Minderheiten

Birgit Kelle gehört gemeinsam mit Hedwig von Beverfoerde und Gabriele Kuby zu jenen rechtskonservativen Aktivistinnen, die sich am aktivsten gegen die Rechte sexueller Minderheiten in Deutschland einsetzen. So trat sie mehrmals bei der „Demo für alle“ auf, die sich gegen eine umfassende altersgerechte Sexualaufklärung für Kinder wendet. In diesem Zusammenhang suchte sie gemeinsam mit von Beverfoerde im September auch den bayerischen Unterrichtsminister Ludwig Spaenle auf, was zu großen Protesten der Opposition führte. Außerdem schrieb der beliebte Talkshow-Gast unter anderem für das rechtskonservative Magazin „Junge Freiheit“.