„Homo-Heiler-Therapien“ in Taiwan vor Verbot

Erlass soll es Medizinern verbieten, die gefährlichen und wirkungslosen "Therapien" durchzuführen

Flagge von Taiwan
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Taiwan könnte schon in wenigen Monaten „Therapien“ verbieten, die vorgeben, Homosexualität zu heilen. Experten betonen, dass solche Versuche wissenschaftlich nicht seriös und gefährlich für die Betroffenen sind.

So hat das Gesundheits- und Sozialministerium in der Hauptstadt Taipeh am 30. Dezember den Entwurf für einen Erlass veröffentlicht, der solche „Homo-Heilungen“ verbieten soll. Er wäre eine Ergänzung zum Ärztegesetz, das Strafen und Disziplinarmaßnahmen für Ärzte regelt, die verbotene Arten der Behandlung durchfrühren. Nun hat die Bevölkerung 30 Tage Zeit, Stellungnahmen einzubringen. In Kraft treten könnte der Erlass bereits im März.

„Die sexuelle Orientierung ist keine Krankheit“

Demnach wären dann in Taiwan alle Versuche verboten, die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung einer Person zu ändern. „Die sexuelle Orientierung ist keine Krankheit“, so Shih Chung-liang, Sektionschef für medizinische Angelegenheiten im Ministerium.

Das erste Mal wurde ein solcher Erlass im Juni vom Komitee für Geschlechtergleichheit der Stadt Taichung vorgeschlagen. Es hat einige Ärzte kritisiert, die diese umstrittene Methode praktizierten. Die Mitglieder des Komitees forderten daraufhin ein gesetzliches Verbot für diese Therapien.

Taiwan hat in Asien eine Vorrangstellung, wenn es um die Rechte sexueller Minderheiten geht. So diskutiert das Parlament gerade darüber, die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen. Eine Entscheidung könnte in den ersten Monaten fallen. Taiwan wäre dann das erste Land in Asien, das die Ehe öffnet.