Keine Parties mehr auf Scruff

Dass die beliebte Dating-App das Wort "Party" sperrt, hat einen ernsten Hintergrund

Scruff
Scruff/GGG.at

Die beliebte Dating-App „Scruff“ verbietet das Wort „Party“ in den Profilen ihrer Nutzer. Was auf den ersten Blick keinen Sinn macht, ist aber eine Maßnahme zur Verhinderung von unsafem Sex. Denn im englischen Sprachraum verwenden schwule Männer das Wort „Party“ nicht unbedingt zum Feiern.

Auf Dating-Profilen in Großbritannien und den USA ist „I like to party“ meistens der Slang-Ausdruck für Sex unter Drogeneinfluss. Das „Scruff“-Team möchte so verhindern, dass sich User der App allzu einfach zu solchen Sex-Parties unter Drogeneinfluss verabreden können. Denn unter dem Einfluss von Szenedrogen wie Crystal Meth ist unsafer Sex weit verbreitet. Experten zufolge sind solche Dates der Hauptgrund für das Ansteigen der neuentdeckten HIV-Infektionen.

Doch die User versuchen, die Sperre zu umgehen. Nun verwenden sie auf „Scruff“ nun einfach die Schreibweisen „ch3m“ und „p4arty“. Auch das Kürzel „P’n’P“ für „Party and Play“ ist auf der Dating-App noch weit verbreitet.

Einen britischen User bringt das „Party“-Verbot auf „Scruff“ zu einem anderen Problem. Denn das Wort bedeutet auf Englisch auch „Partei“. Wie das Portal BuzzFeed berichtet, wollte der Sozialdemokrat Nigel Whitfield auf seinem „Scruff“-Profil schreiben, dass er Mitglied der „Labour Party“ ist. Und scheiterte an der Sperre für das Wort „Party“.

„Ich weiß, dass die Labour Party im Moment ihre Probleme hat, aber, dass sie auf Drogen ist, ist, glaube ich, keins davon“, sagte er mit Augenzwinkern dem Portal. Er meldete das Problem dem „Scruff“-Team – und bekam die sehr pragmatische Antwort: „Wenn Sie möchten, dass andere User sie nicht zum Thema Drogen ansprechen, schreiben Sie bitte ‚Keine Drogen‘ in ihr Profil“.