Stiftung von Bill Gates: 140 Millionen Dollar für Schutz vor HIV

Ein streichholzgroßes Implantat soll den Kampf gegen HIV revolutionieren.

Muster des PrEP-Implantats
Intarcia Therapeutics

Die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda stellt 140 Millionen Dollar, umgerechnet 134 Millionen Euro, zur Verfügung, um damit einen langfristigen Schutz gegen eine HIV-Infektion zu entwickeln.

Ein kleines Implantat soll bis zu einem Jahr vor HIV schützen

Mit dem Geld soll die Biotech-Firma Intarcia Therapeutics ein streichholzgroßes Implantat entwickeln, das direkt unter die Haut eingesetzt wird und die Betroffenen über Monate stabil mit Medikamenten versorgt, die vor einer Infektion mit dem HI-Virus schützen.

Das Implantat besteht aus einem Wirkstoffreservoir und einer Mikropumpe. Die ersten 50 Millionen Dollar aus der Bill & Melinda Gates Foundation bekommt Intarcia Therapeutics zur Entwicklung des Implantats. Ist ein bestimmter Forschungsstand erreicht, gibt es weitere 90 Millionen zur Weiterentwicklung und Verteilung.

Einfachere Bedienung für mehr Sicherheit

„Es gibt einen großen Bedarf an einer HIV/Aids-Behandlung, die es den Risikogruppen erlaubt, die Prävention leichter in ihren Tagesablauf einzubauen“, erklärt Sue Desmond-Hellman, Vorsitzende der Bill & Melinda Gates Foundation. Derzeit ist die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) mit dem Medikament Truvada die einzige Möglichkeit, sich vor dem Virus zu schützen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt diese Vorsorge für diverse Risikogruppen, darunter auch Männer, die oft Sex mit wechselnden männlichen Partnern haben.

Doch dazu muss das Medikament jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen werden. Die Pumpe wäre dazu eine sehr willkommene Alternative. Ziel ist es, dass sie sechs bis zwölf Monate zuverlässig vor einer HIV-Infektion schützt.

Zunächst soll das Mini-Implantat in den USA und Europa verfügbar sein

Wann die Entwicklung abgeschlossen sein wird, ist noch unklar. Zunächst soll das Implantat in den USA und Westeuropa erhältlich sein, berichtet das Wall Street Journal. Dann soll es aber auch schnell in Afrika südlich der Sahara und anderen Gegenden eingesetzt werden, in denen Aids nach wie vor eine Epidemie ist.

Kurt Graves, Chef von Intarcia Therapeutics, hofft, dass die Mikropumpe auch zur Vorbeugung anderer chronischer Erkrankungen verwendet werden kann. „Wir werden eine völlig neue Kategorie in einem Bereich eröffnen, dem der halbjährlichen oder auch nur einmal im Jahr zu verabreichenden Prophylaxe gegen einige der ernsthaftesten chronischen Erkrankungen weltweit“, erklärt er in einer Presseaussendung.