Überfall auf Transfrau in Berlin: Mutmaßlicher Täter stellt sich

Sein mutmaßlicher Komplize wurde bei einem anderen Überfall vom Freund der Verkäuferin schwer verletzt.

Bild aus Überwachungskamera
Polizei Berlin

Erfolg hatte die Öffentlichkeitsfahndung nach jenen beiden Männern, die Mitte Dezember in Berlin-Kreuzberg einen Kiosk überfallen und eine 34-jährige Transfrau, die dort als Verkäuferin arbeitete, schwer verletzt hatten. Einer der mutmaßlichen Täter stellte sich, die Identität des anderen ist der Polizei nun ebenfalls bekannt. Er wurde bei einem weiteren Überfall des Duos vom Freund der Verkäuferin schwer verletzt.

19-Jähriger stellt sich auf Polizeiwache: Körperverletzung hat keinen transphoben Hintergrund

Wenige Stunden, nachdem die Bilder aus der Überwachungskamera veröffentlicht wurden, stellte sich ein 19-Jähriger auf einer Wache in der Friesenstraße in Berlin-Kreuzberg. Er bestätigte den Beamten, bei dem Raub auf den Kiosk beteiligt gewesen zu sein. Gleichzeitig meldete sich ein Zeuge bei der Polizei, der die Identität des zweiten Tatverdächtigen, einem 18-Jährigen, kannte.

Bei dem Überfall am 16. Dezember wollten die beiden Burschen mit einem Messer bewaffnet einen Kiosk in der Ohlauer Straße überfallen, indem sie die Verkäuferin bedrohten. Die Transfrau wehrte sich allerdings und drückte zunächst den Arm eines Täters weg. Daraufhin stach der Bursche der 34-Jährigen in den Bauch. Als sie zu schreien begann, flüchteten die beiden Burschen ohne Beute. Das Opfer musste notoperiert werden. Mittlerweile konnte die Verkäuferin aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Der Verdacht, dass es sich bei der Körperverletzung um eine transphobe Tat handeln könnte, erhärtete sich durch die Vernehmung des 19-Jährigen nicht.

Komplize wurde bei zweitem Überfall schwer verletzt

Dafür gab der 19-Jährige zu, gemeinsam mit dem 18-Jährigen zwei Tage später einen weiteren Kiosk in Kreuzberg überfallen zu haben. Die beiden Burschen waren gegen 23.00 Uhr in das Geschäft in der Böckhstraße gestürmt und hatten die Verkäuferin bedroht sowie leicht verletzt.

Sie konnten mit dem Inhalt der Kasse flüchten, wurden aber vom 23-jährigen Freund der Verkäuferin verfolgt. Dieser erwischte den 18-Jährigen auf der Flucht. Bei Eintreffen der Polizei war der mutmaßliche Räuber schwer verletzt: Er hatte Hämatome sowie Stichverletzungen und musste intensivmedizinisch betreut werden.

Gegen den Freund der Verkäuferin wurden Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.