Nach homophoben Äußerungen: Vavrik verlässt Nationalrat bis Ende März

Parteichef Strolz nennt erstmals einen konkreten Termin für den Abgang des Nationalratsabgeordneten

Christoph Vavrik
NEOS

Der umstrittene Neos-Abgeordnete Christoph Vavrik soll sein Nationalratsmandat in den nächsten zweieinhalb Monaten abgeben. Das hat Parteichef Matthias Strolz jetzt in einem Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“ angekündigt.

Adoption durch schwules Paar als „gesellschaftliche Abartigkeit“ bezeichnet

Vavrik war Anfang November in die Kritik geraten. Der 55-Jährige hatte einen Artikel über ein schwules Paar, das sein Pflegekind adoptiert hatte, unangemessen kritisiert. „O tempora, o mores! Künftige Zivilisationen werden auf solche gesellschaftlichen Abartigkeiten mit demselben Unverständnis blicken wie wir auf die Sklaverei“, schrieb er auf Facebook über den Artikel.

Neos-Generalsekretär Nikola Donig bezeichnete diese Wortmeldung damals als „massive verbale Entgleisung, von der wir uns distanzieren“. Wenige Tage später entschuldigte sich Vavrik auf Facebook und kündigte schließlich an, in „ein paar Wochen“ selbst zurückzutreten. Doch dieser Ankündigung folgten bis heute keine Taten.

Strolz nennt erstmals einen Termin für den Rücktritt von Christoph Vavrik

Nun kündigt Neos-Parteichef Matthias Strolz zum ersten Mal ein konkretes Datum für das Ausscheiden des Mandatars an. In einem Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“ sagt Strolz: „Wir haben vereinbart, dass er bis Ende des ersten Quartals sein Mandat übergibt. Eine saubere Übergabe ist uns wichtig – und auch, dass er bis dahin seinen Jobwechsel gut regeln kann.“

Damit würde der 55-Jährige den Nationalrat bis Ende März verlassen. Christoph Vavrik ist im Parlamentsklub der Neos der Sprecher für Außenpolitik, Entwicklungspolitik, Unvereinbarkeit und Volksanwaltschaft. Vor seiner politischen Karriere war der in Genf geborene Abgeordnete unter anderem Geschäftsführer von Danone Austria.