Berliner Amtshäuser sollen geschlechtsneutrale Toiletten bekommen

Senator Dirk Behrendt möchte die Gebäude der Stadt dementsprechend nachrüsten

Unisex-Toiletten
Grafik: GGG.at/Fotolia

Sämtliche Berliner Behörden könnten bald geschlechtsneutrale Toiletten bekommen, wenn es nach Justizsenator Dirk Behrendt von den Grünen geht. Er ist im Senat auch für Antidiskriminierung zuständig. Erste entsprechende Prüfungen habe es schon gegeben, so der Politiker.

Städtische Immobilienfirma erstellt Machbarkeitsstudie

Die landeseigene „BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH“ habe bereits eine „Machbarkeitsstudie zur Einrichtung von Toiletten für alle Geschlechter in öffentlichen Gebäuden des Landes Berlin“ in Auftrag gegeben, so Behrendt in einem Zwischenbericht, den er dem Abgeordnetenhaus vorgelegt hat.

Dem Bericht zufolge soll anhand von zehn Gebäuden der Berliner Verwaltung geprüft werden, wo und wie geschlechtsneutrale Toiletten geschaffen werden können. Dabei gehe es um „zwei Kultureinrichtungen, zwei Amtsgerichte, eine Senatsverwaltung, ein Jobcenter mit Bibliothek, eine Schule, ein Finanzamt, ein Polizei- und ein Feuerwehrgebäude“. Um welche Gebäude es konkret geht, ist dem Bericht nicht zu entnehmen.

Einrichtung geschlechtsneutraler Toiletten ist überall möglich

Ersten Untersuchungen zufolge sei die Einrichtung von geschlechtsneutralen Toiletten „in allen Objekten ohne Nutzungseinschränkungen möglich“. Wie viel deren Einrichtung kostet, steht noch nicht fest. Die Schätzung der Kosten soll bis März vorliegen, der Endbericht bis Ende Juni.

Zum ersten Mal haben die Piraten das Thema im Jahr 2014 in die Berliner Kommunalpolitik gebracht. Die Fraktion, die seit den Wahlen im September 2016 nicht mehr im Abgeordnetenhaus vertreten ist, wollte damit die Diskriminierung von Trans- und Intersexuellen abbauen.

Ein Jahr später eröffnete Staatssekretärin Barbara Loth von der SPD in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen in der Oranienstraße in Kreuzberg mehrere geschlechtsneutrale Toiletten. Mittlerweile sind auch die Rathäuser von Friedrichshain-Kreuzberg und Berlin-Mitte diesem Beispiel gefolgt. Auch einige Schulen haben sich der Initiative angeschlossen.