Bischof vergleicht Kampf für LGBT-Rechte mit Alkoholismus

"Nach einiger Zeit kann man nicht mehr vernünftig mit ihnen reden"

Philip Egan
Diözese Portsmouth

Im Gespräch mit einer kirchlichen Nachrichtenagentur hat ein englischer Bischof Homosexualität indirekt mit Alkoholismus verglichen. In Großbritannien über Sexualmoral – und damit auch über Homophobie – zu streiten sei, „als ob man mit einem Alkoholiker streitet“, so Philip Egan, römisch-katholischer Bischof von Portsmouth im Süden von England.

Britische Integrationsbeauftragte kritisiert christliche und islamische Schulen

Grund dafür war eine Äußerung der britischen Integrationsbeauftragten, Dame Louise Casey. Diese hatte gemeint, dass Homophobie und Äußerungen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe auch in christlichen oder muslimischen Schulen nicht geduldet werden dürften. Das empörte den 61-Jährigen. „Beschränkungen für katholische Schulen, die die moralischen Lehren der Kirche weitergeben, wären George W. Orwells ‚1984‘ würdig“, sagte er im Gespräch mit dem „Catholic News Service“.

Und auch sonst scheint Egan nicht besonders gesprächsbereit, wenn es um dementsprechende Inhalte geht: „Nach einiger Zeit kann man nicht mehr vernünftig mit ihnen reden, sie werden einfach wütend und reagieren auf diese Weise. So etwas gibt es immer häufiger in unserer Kultur“, verweigert der 61-Jährige die Diskussion.

Katholischer Schulträger betont, es gebe bei homophobem Mobbing keine Toleranz

Etwas offener ist hingegen das Catholic Education Service, das sich in England und Wales im Auftrag der Bischofskonferenz um römisch-katholische Bildungseinrichtungen kümmert. Die katholische Erziehung lege einen Schwerpunkt auf die Bildung der Persönlichkeit – „und alle katholischen Schulen müssen eine sichere, offene und tolerante Umgebung für alle Schüler sein“, heißt es in einer Stellungnahme. Deshalb habe man gegenüber homophobem Mobbing eine Null-Toleranz-Politik.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Bischof von Portsmouth gegen Lesben und Schwule agitiert. Im Jahr 2014 hatte er gefordert, dass alle römisch-katholischen Abgeordneten, die für die Öffnung der Ehe gestimmt hätten, vom Abendmahl ausgeschlossen werden sollten. Schwulen und lesbischen Paaren die Ehe zu öffnen, „pervertiert authentische Familienwerte mit katastrophalen Folgen für das Wohlergehen und das Verhalten künftiger Generationen“, so Egan.

Das Bistum Portsmouth, für das Philip Egan zuständig ist, umfasst auch die Kanalinseln Guernsey und Jersey. Es ist für rund 194.000 Katholiken verantwortlich. Das entspricht 7,6 Prozent der dortigen Bevölkerung.