Schwules Paar in Thailand überfallen und vergewaltigt

"Die Polizei in Phuket hat nur gelacht, als wir den Angriff angezeigt haben"

Nightlife in Phuket
Symbolbild - Archiv

In Thailand ist ein schwules Paar aus Nordirland zu Silvester betäubt und sexuell angegriffen worden. Gerald D. und Michael B., beide 33 Jahre alt, wollten den Jahreswechsel in Phuket feiern. Doch stattdessen endete die Nacht in einem Alptraum.

„An dem Abend, an dem wir angegriffen wurden, haben mein Mann und ich uns entschieden, für einige Drinks rauszugehen und Silvester zu feiern“, erinnert sich Gerald D. gegenüber der Zeitung „Belfast Live“. Und es begann ganz harmlos: „Wir hatten in einer Bar ein Bier und sind dann in eine andere gegangen.“

In der zweiten Bar wurden die Drinks mit K.O.-Tropfen versetzt

Doch das war ein Fehler „In der zweiten Bar wurden unsere Drinks mit K.O.-Tropfen versetzt. Danach können wir uns an nichts mehr erinnern. Wir wissen nur, dass wir kurz nach der Attacke bemerkt haben, dass wir angegriffen und vergewaltigt wurden“, erinnert sich der 33-Jährige.

So fehlten dem Paar unter anderem ihre iPhones und Bargeld im Wert von etwa 500 Euro. Die Vergewaltigung der beiden Männer wurde nach ihrer Rückkehr aus Thailand letzte Woche von ihrem Hausarzt bestätigt, so „Belfast Live“.

Die Hilfe, die sie vor Ort bekommen hatten, war mehr als mangelhaft, erinnert sich Gerald D.: „Die Polizei in Phuket hat nur gelacht, als wir den Überfall gemeldet hatten. Es scheint, das so etwas regelmäßig vorkommt.“

Im Krankenhaus keine Unterstützung von der heimischen Versicherung

Und auch von ihrer Versicherung bekamen sie keine Unterstützung: Diese hätten ihnen nicht gesagt, in welches Krankenhaus sie nach dem Angriff gehen könnten. Nachdem sie sechs Tage gewartet hatten, kontaktierten sie die britische Botschaft in Bangkok. Diese schickte sie in eine Klinik, die ihrerseits die Kosten nicht mit der Versicherung abdecken wollte.

Daraufhin mussten die beiden 33-Jährigen in ein Privatspital gehen. Nachdem sie dort versorgt wurden, teilte man ihnen mit, dass ihre Versicherung die Kosten nicht übernehmen würde – anders als zuvor versprochen. Stattdessen sollten sie das Krankenhaus verlassen, ohne zu zahlen, solange sie noch ihre Reisepässe haben. „Sie haben uns buchstäblich gesagt, aus dem Spital abzuhauen. Das ist komplett illegal. Wir hätten in einem thailändischen Gefängnis enden können“, ist der 33-Jährige empört.

„Es war für uns beide sehr traumatisch“: Nun wollen sie nie wieder nach Thailand

Es war das sechste Mal, dass das Paar gemeinsam in Thailand war – doch nun wollen sie nie wieder kommen: „Es war für uns beide sehr traumatisch. Wir wurden auf HIV getestet, wir wurden gegen HPV geimpft und auf Syphilis getestet“, sagt das Opfer der nordirischen Zeitung.

Bei der Versicherung gibt man sich zurückhaltend: Die Notfallhilfe werde über eine externe Firma abgewickelt, man werde dem Fall nachgehen, heißt es aus deren Pressestelle.