Home Gesundheit HIV/Aids Begünstigen HIV-Medikamente eine Syphilis-Infektion?

Begünstigen HIV-Medikamente eine Syphilis-Infektion?

Forscher betonen, dass dieser Aspekt bis jetzt noch zu wenig behandelt wurde

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Neue Forschungsergebnisse legen einen besorgniserregenden Schluss nahe: Demnach sollen jene antiretroviralen Medikamente, die zur Behandlung von HIV eingesetzt werden, die Anfälligkeit für Syphilis erhöhen.

Zu diesem Schluss kommen die Forschungen, die nun im Fachjournal „Sexually Transmitted Infections“ publiziert wurden. Demnach gebe es eine Verbindung zwischen der HAART-Therapie zur Behandlung von HIV und der Anfälligkeit für eine Infektion mit dem „Treponema pallidum“-Bakterium, das für eine Infektion mit Syphilis verantwortlich ist.

Buenos Aires: Fast 15 Prozent der HIV-Positiven infizierten sich mit Syphilis

Ein sehr deutlicher Anstieg von Syphilis-Infektionen unter HIV-positiven Schwulen und Bisexuellen wurde schon länger beobachtet, eine echte Begründung dafür konnte aber noch nicht gefunden werden. Nun haben sich Forscher der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore die Akten einer HIV-Klinik in Buenos Aires genauer angesehen, um der Lösung dieser Frage etwas näher zu kommen. In der Zeit von März 2015 bis Februar 2016 gab es dort 171 neue Fälle von Syphilis unter den HIV-Positiven Patienten. Das entspricht einer Rate von fast 15 Prozent im Jahr.

Dabei stellen sie eine interessante Theorie auf: Sie können sich vorstellen, dass durch die antiretrovirale Therapie die angeborenen und erworbenen Immunreaktionen so verändert werden könnten, die die Anfälligkeit für den Syphilis-Erreger erhöht wäre und diese erhöhte Anfälligkeit ein wesentlicher Faktor für den Anstieg von Syphilis-Infektionen unter HIV-Positiven sein könnte.

Das Team rund um Khalil Ghanem, das die Forschungen angestellt hat, betont, damit nicht die HAART-Therapie kritisieren zu wollen. „Vielmehr geht es darum, eine Theorie aufzustellen, die dazu beitragen kann, die Diskussion anzuregen sowie die Forschung und (vielleicht) zukünftige Interventionen zu unterstützen“, heißt es in dem Fachartikel.

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