Home Religion Islam München: Liberaler Imam will Homosexuelle heilen lassen

München: Liberaler Imam will Homosexuelle heilen lassen

Wenn ein Gemeindemitglied schwul oder lesbisch ist, wüsste er, was er tun würde.

Symbolbild: Mädchen beim Händchenhalten
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Eigentlich wollte Imam Malik Usman Naveed von der Al-Mahdi-Moschee in einem Münchner Vorort bei einem Pressefrühstück zeigen, wie tolerant der Islam eigentlich ist. Beim der Frage nach dem Umgang mit Lesben und Schwulen ist ihm das aber gründlich misslungen.

Dem Imam geht es um die „Aufklärung über einen friedlichen Islam“

„Unser Glaube hat nichts mit Gewalt zu tun. Dazu ruft der Koran auch nicht auf. Und die Passagen, wo etwas von Töten steht, beziehen sich auf einen alten, historischen Krieg, der 1400 Jahre her ist“, erklärt Naveed gleich zu Beginn der Veranstaltung. Das versuche man den Menschen immer wieder zu erklären, so der 29-Jährige, der in Pakistan geboren und in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen ist.

Zwischen Brezn, Vollkornweckerl und Nutella erklärt der Imam den versammelten Journalisten, dass der Schwerpunkt der Arbeit außerhalb der Moscheen liege in jedem Fall in der „Aufklärung über einen friedlichen Islam“ liege. Die Moschee gehört zur Ahmadiyya-Gemeinde, einer 1889 gegründeten Abspaltung, der weltweit rund vier Millionen Muslime angehören. Sie gilt als liberal, lehnt Gewalt ab und tritt für eine Trennung von Staat und Religion ein. Bei radikalen Moslems gilt die Gemeinde deshalb sogar als unislamisch.

Wenn es um Lesben und Schwule geht, hat die Toleranz offenbar Grenzen

Doch wenn es um Lesben und Schwule geht, hat die Liberalität des Imams eine deutliche Grenze. „Homosexualität ist eine Krankheit“, zitiert der „Focus“ Naveed. Wenn eines seiner Gemeindemitglieder homosexuell wäre, wüsste er, was zu tun ist: Betroffene „aufklären oder zu einem Experten zur Heilung schicken“, zitiert ihn die Münchner „Abendzeitung“.

Offenbar gibt es in diesem Bereich noch größeren Diskussionsbedarf. Die Al-Mahdi-Moschee sollte das, was sie in Bezug auf ihre Religion der Bevölkerung anbietet, in Bezug auf Homosexualität vielleicht auch selbst annehmen.