5 Tote: Amokfahrt hatte homophoben Hintergrund

Wenige Stunden vor der Wahnsinnstat hat der Fahrer seinen schwulen Bruder beinahe erstochen

Dimitrious „Jimmy“ Gargasoulas
privat

Am Freitag hat ein Amokfahrer in der australischen Melbourne fünf Menschen getötet: Wie bei dem Anschlag in Graz ist er mit seinem Auto in einer Fußgängerzone über einen Gehsteig gefahren, der voll mit Passanten war. Das Motiv für die Tat des vermutlich nicht zurechnungsfähigen 26-Jährigen war Homophobie.

Bevor er unschuldige Passanten niederfuhr, wollte er alle Lesben und Schwulen töten

Denn bevor Dimitrious „Jimmy“ Gargasoulas mit seinem Auto in die Menschenmenge raste, verletzte er seinen schwulen Bruder Angelo mit einem Messer lebensgefährlich. Gegen zwei Uhr früh stach Dimitrious Gargasoulas seinem Bruder in ihrem Haus in der Raleigh Street mit einem Messer ins Gesicht und in den Oberkörper und verletzte den Lebensgefährten seiner Mutter.

Grund für die Auseinandersetzung war dessen Homosexualität: „Jimmy sagte mir: Ich werde alle Schwulen und Schwuchteln und Lesben töten“, erinnert sich die Mutter gegenüber dem australischen Fernsehsender „Channel 7“. Er stand dabei vermutlich unter Drogeneinfluss. Angelo befindet sich in kritischem Zustand in einem Krankenhaus.

Das Auto gehörte seinem Nachbarn, dem er eine brennende Bibel ins Gesicht warf

Danach stieg er in ein Auto, dessen Schlüssel er zuvor einem Nachbarn durch Einschüchterung erpresst hatte, nachdem er ihm eine brennende Bibel ins Gesicht geworfen hatte. Er begann seine Flucht. Dabei hatte er zunächst auch seine schwangere Freundin als Geisel im Auto. Einer Aussage der Freundin zufolge habe er gedroht, mit dem Auto gegen einen Pfosten zu fahren, wenn sie versuchen sollte zu flüchten.

Schnell erregte er durch seinen Fahrstil die Aufmerksamkeit der Polizei. Das machte Gargasoulas zusätzlich nervös. So stach er mit einem Messer auf das Wageninnere ein, bevor er die Freundin schließlich laufen ließ. Die Polizei verfolgte ihn über mehrere Stunden, ohne ihn dabei festzunehmen. Schließlich kreiste er durch die Innenstadt von Melbourne und schrie dabei Passanten aus.

Fünf Menschen totgefahren, darunter ein drei Monate altes Baby

Gegen 13.30 Uhr gab er Gas und fuhr in der Bourke Street frontal auf die Fußgänger zu. Dabei starben ein 10 Jahre altes Mädchen, ein 25-jähriger Mann und eine 32-jährige Frau noch vor Ort, ein 33-Jähriger und ein drei Monate altes Baby erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Mehr als dreißig Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schweben noch in Lebensgefahr.

Erst danach konnte ihn die Polizei stoppen: Sie rammte den Wagen und schoss dem 26-Jährigen in den Arm. Er wurde dabei nicht lebensgefährlich verletzt und noch am selben Tag operiert. Wie der „Sydney Morning Herald“ heute berichtet, ist er heute nicht vor Gericht erschienen, weil es ihm noch nicht gut genug dafür gehe. Er wird wegen fünffachen Mordes, Körperverletzung, Autodiebstahls und Drogenbesitzes angeklagt.

Schon einmal hat Gargasoulas seinen Bruder wegen dessen Homosexualität angegriffen

Für die australische Polizei ist Dimitrious Gargasoulas kein unbeschriebenes Blatt. Er war bereits wegen mehrerer Gewalttaten und Drogenkonsums amtsbekannt. Bei den meisten Fällen ging es um Konflikte innerhalb der Familie. Vor fünf Jahren musste sein Bruder Angelo nach einem Wutanfall des späteren Attentäters schon einmal ins Krankenhaus.

Einem Freund der Familie zufolge hat sich Dimitrious Gargasoulas durch den Einfluss von Crystal Meth stark verändert: „Den letzten Monat war er völlig neben sich. Er hat seinen Bruder ins Gesicht gestochen und seine arme Mutter verprügelt. Ich will das nicht verteidigen und er verdient es, dafür bestraft zu werden, aber die teuflische Droge Ice trägt die Schuld daran.“, sagte er der „Daily Mail Australia“.

Für die Mutter des Amokfahrers ist die Tag ihres Sohnes unbegreiflich: „Ich fühle mich voller Scham und schlecht. Ich möchte nicht als seine Mutter bekannt sein“, sagte sie völlig aufgelöst „Channel 7“.