Köln: 21-Jähriger sticht auf Türsteher einer Gay-Bar ein

Weil er ihn und zwei seiner Freunde nicht ins Lokal ließ, zückte der Iraker ein Messer

Polizei
Symbolbild - Fotolia

In Köln wurde der Türsteher einer Szenekneipe in der Schaafenstraße, dem „schwulen Bermuda-Dreieck“ der Domstadt, durch Messerstiche verletzt. Bei dem Täter handelt es sich um einen 21-Jährigen Iraker. Das betroffene Lokal wehrt sich dagegen, dass dieser Angriff für fremdenfeindliche Hetze missbraucht wird.

Im Handgemenge: Zwei Stiche in den Rücken

Der Angriff fand in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 4.30 Uhr statt: Nach derzeitigem Ermittlungsstand ließ der Türsteher den 21-Jährigen und zwei seiner Freunde nicht ins Lokal. Daraufhin griff der Abgewiesene den Security von vorne an. In dem entstandenen Gerangel zog der 21-Jährige ein Messer und stach seinem Gegenüber zweimal in den Rücken.

Dabei wurde der Türsteher nicht lebensbedrohlich verletzt, musste aber mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht und stationär behandelt werden. Der Täter flüchtete in Richtung Habsburgerring. Polizisten fanden auf dem Fluchtweg die mutmaßliche Tatwaffe, ein etwa zehn Zentimeter langes Messer mit schwarzem Griff, und stellten sie sicher.

Boulevardzeitungen unterstützten Gerüchte, der Täter sei Nordafrikaner

Schnell machte das Gerücht die Runde, bei dem Täter könnte es sich um einen Nordafrikaner handeln. „Überfälle und Diebstähle durch Nordafrikaner haben dazu geführt, dass sich die Bars mit Türsteher absichern mussten“, schreibt beispielsweise der Kölner „Express“.

Das Team des „Iron“ distanziert sich in seiner Facebook-Nachricht von solchen Meldungen: Man bitte, „von Hetze und Rassismus abzusehen“: „Davon haben wir zur Zeit zu genüge in den Nachrichten, davon braucht es nicht mehr und es hilft niemanden.“ Eine der beiden Frauen, die das „Iron“ betreiben, sei selbst als Flüchtling nach Deutschland gekommen.

Betreiber der Bar wehren sich gegen fremdenfeindliche Hetze

Und auch der Türsteher, der bei dem Angriff verletzt wurde, sei ein ehemaliger Flüchtling. „So etwas passiert leider immer und überall und das hat nichts mit Herkunft der Menschen zu tun, sondern mit der Persönlichkeit eines jeden Menschen“, schreibt die Inhaberin auf Facebook. Eine pauschale Verurteilung sei nicht hilfreich.

Sonntag früh stellte sich der mutmaßliche Täter, für den die Unschuldsvermutung gilt, der Polizei. Es handelt sich um einen 21 Jahre alten Iraker. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.