Norwegen: Kirche öffnet Ehe für schwule und lesbische Paare

Synode hat wie erwartet die entsprechende Liturgie beschlossen

Oslo
Alexandra von Gutthenbach-Lindau/Pixabay - CC0

In Norwegen können schwule und lesbische Paare künftig auch kirchlich heiraten: Wie erwartet hat die Synode der Lutheranischen Volkskirche am Montag in Trondheim eine entsprechende Liturgie mit großer Mehrheit beschlossen.

Bereits im letzten Jahr hat die Synode ihr prinzipielles Ja zur Öffnung der kirchlichen Ehe gegeben. Diesmal ging es um den Beschluss einer Liturgie für gleichgeschlechtliche Paare: Darin wurden jene Teile gestrichen, in denen Mann und Frau explizit genannt werden. Weiters wurden Stellen aus dem ersten Buch Mose und dem Matthäusevangelium weggelassen. Der Vorschlag wurde mit 89 zu 112 Stimmen angenommen. Geistliche sind nicht gezwungen, schwule und lesbische Paare zu trauen. Allerdings haben die Paare das Recht, in der Kirche ihrer Wahl zu heiraten.

„Der Tag, an dem ein Gebet und ein Traum in Erfüllung gehen“

„Das ist der Tag, an dem ein Gebet und ein Traum in Erfüllung gehen“ freut sich der offen schwule Vorsitzende des Osloer Diözesanrates, Pastor Gard Sandaker-Niksen. Ole Christian Kvarme, der Bischof von Oslo, stimmte ebenfalls für die neue Liturgie. Er räumte aber ein, dass die Entscheidung „auch Kummer“ machen werde. Damit meinte er unter anderem die Ankündigung von Pastor Øivind Bård Benestad, sich sofort aus der Lutheranischen Volkskirche zurückzuziehen. Insgesamt 264 von 1282 Pastoren haben bei einer Unterschriftenaktion bekundet, dass sie keine gleichgeschlechtlichen Paare vermählen möchten. Das ist etwa jeder Fünfte.

Mit der Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare zieht die norwegische Kirche mit ihren skandinavischen Schwestern gleich. Bei den schwedischen Lutheranern können gleichgeschlechtliche Paare seit 2009 heiraten, in Dänemark seit 2012. Die Zivilehe ist in Norwegen seit 2009 für homosexuelle Paare geöffnet.