Sauna-Brand in Berlin: Zwei Tote identifiziert

Waren bei dem Brand Notausgänge versperrt?

Steam Works
Steam Works

In Berlin konnten zwei der Toten des Sauna-Brandes identifiziert werden. Unterdessen werfen die Ermittlungen zum Brand im „Steam Works“ in der Kurfürstenstraße immer neue Fragen auf.

Ein Spanier und ein Italiener, die in Berlin lebten, staben im „Steam Works“

Bei zwei der Toten handelt es sich um jeweils 49-Jährige aus Spanien und Italien, die in Berlin gemeldet waren. Das gab die Polizei heute Vormittag bekannt. Der dritte Tote konnte noch nicht identifiziert werden. Ein 48-Jähriger wurde durch den Brand schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Die Opfer wurden von der Feuerwehr mehr als eine halbe Stunde nach Ausbruch des Brandes in den Einzelkabinen gefunden. Die engen und verwinkelten Gänge des Labyrinths haben den Rettungskräften die Arbeit erschwert. „Wir mussten ein sehr großes, sehr verschachteltes und stark verrauchtes Kellergeschoss absuchen“, so Feuerwehrsprecher Sven Gerling.

Polizei ermittelt: Fahrlässige Brandstiftung oder technischer Defekt?

Nun sucht die Polizei nach der Ursache des Brandes im „Steam Works“. Derzeit gegen die Ermittler nicht von Vorsatz aus. Wahrscheinlicher ist eine „fahrlässige Brandstiftung“ oder ein technischer Defekt, beispielsweise durch einen Kurzschluss. Berliner Medien zufolge brach das Feuer in der Zwischendecke des Kellergeschoßes aus. Die Betreiber haben in den letzten Monaten zahlreiche Umbauten am ehemaligen „Apollo Splash Club“ vorgenommen.

Wie eine Polizeisprecherin heute bestätigte, prüfen die Beamten außerdem, ob einer der vier Notausgänge des „Steam Works“ wirklich verbarrikadiert war. Wie ein Sprecher der Feuerwehr zum „Berliner Kurier“ sagte, soll ein Notausgang im Erdgeschoß mit einem schweren Holzbalken blockiert und zusätzlich abgeschlossen gewesen sein. Es habe allerdings nach Erkenntnissen der Polizei niemand versucht, durch diesen Notausgang zu flüchten. Auch weitere der zwei Ein- und sechs Ausgänge waren nach Informationen der „Bild“-Zeitung verschlossen. Die meisten Gäste benutzten Rettungswege im Untergeschoß, durch die sie sich über die Tiefgarage ins Freie retten konnten.

Mehr als 12.000 Euro an offenen Rechnungen: Räumungstitel beantragt

Ob die Sauna jemals wieder aufsperren wird, ist fraglich. Wie die Boulevardzeitung „B.Z.“ berichtet, hat der Hauseigentümer wegen nicht bezahlter Wasserrechnungen in Höhe von 12.000 Euro und drei ausstehenden Monatsmieten einen Räumungstitel beantragt. Der Mietvertrag wurde bereits mit Ende 2016 gekündigt. Damit würde eine traditionsreiche Geschichte zu Ende gehen: Der „Apollo Splash Club“ hat seine Pforten in der Kurfürstenstraße vor fast 40 Jahren zum ersten Mal geöffnet.

Die Betreiber des „Steam Works“ wollten sich bislang nicht dazu äußern.