Glimpfliche Strafen für Hamburger Sauna-Sex-Senioren

Die Beweislage vor dem Amtsgericht konnte sich nicht erhärten.

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Glimpflich davongekommen sind vier Senioren, die vor einem Jahr beim Sex in einer öffentlichen Hamburger Sauna erwischt wurden: Der Richter ließ bei den Männern im Alter von 59 und 75 Jahren Milde walten.

„Rollige Rentner“ hatten zu Mittag in der Sauna Gruppensex

Der Anklage zufolge waren die vier Männer am 23. Februar 2016 gegen 12.30 Uhr gerade im Saunabereich der Alster-Schwimmhalle miteinander beschäftigt, als ein Badegast die „rolligen Rentner“ („Morgenpost“) ertappte und den Bademeister rief. Heute mussten sie sich dafür vor Gericht wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verantworten.

Doch die Anklagebank blieb leer: Ein Angeklagter schwänzte den Termin, zwei ließen sich durch ihre Anwälte vertreten. Nur ein Angeklagter erschien auch vor dem Amtsgericht St. Georg. Und er wies jede Schuld von sich: Er sei auf der Terrasse gewesen, habe dort geraucht und nur zufällig in den Polizeieinsatz geraden, sagte er dem Gericht.

Anwesender Angeklagter weist jede Schuld von sich

Denn in der Duftsauna, in der es laut Anklage zu „Hand- und Oralverkehr“ gekommen sei, war er seit zehn Jahren nicht mehr – ihm würden dort die Augen brennen, so der Angeklagte. Zwei der anderen Angeklagten würde er vom Sehen kennen, sagte er.

Doch auch sonst ist die Beweisführung für das Gericht nicht wirklich einfach: Der Bademeister, der vom Zeugen gerufen wurde, arbeitet nicht mehr für die Schwimmhalle. Er ist unbekannt verzogen.

Für die Angeklagten, die nicht anwesend waren, endete der Gerichtstermin glimpflich. Das Gericht entschied sich für die mildeste mögliche Strafe: Die drei Männer erhielten eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. Der Fall des vierten Beschuldigten konnte heute nicht aufgeklärt werden. Dafür soll noch der Polizist einvernommen werden, der die Personalien des Mannes aufgenommen hat.