Auch die Community trauert um Sabine Oberhauser

Ihr Tod ist ein „schrecklicher Verlust“, auch „für die Frauen- und die Lesben- und Schwulenbewegung, die eine engagierte Kämpferin verlieren“

Sabine Oberhauser
BMGF

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser hat gestern den Kampf gegen ihre Krebserkrankung verloren. Sie wurde 53 Jahre alt. Österreich verliert mit ihr eine engagierte Kämpferin für Frauenrechte, die sich auch immer nachdrücklich für die Rechte sexueller Minderheiten eingesetzt hat.

So hat sie sich wiederholt für die Öffnung der Ehe ausgesprochen. Im September 2016 hat sie sich dafür ausgesprochen, den Schutz vor Diskriminierung für LGBT auszubauen. Derzeit  ist man in Österreich als Angehöriger einer sexuellen Minderheit nur in Beschäftigung und Beruf rechtlich vor Diskriminierung geschützt. Das war Oberhauser zu wenig: Sie wollte, „dass es noch genügend Bereiche gibt, wo wir die Instrumente den gegenwärtigen Herausforderungen anpassen müssen“ – der Diskriminierungsschutz für LGBT also ausgebaut wird. Sie scheiterte mit diesem Vorhaben an der ÖVP.

Regenbogenflagge und Regenbogenparade waren Oberhauser wichtig

Rund um die Regenbogenparade ließ Oberhauser vor ihrem Ministerium auch eine Regenbogenflagge hissen: „Die Fahne ist ein klares Bekenntnis zu Toleranz und Offenheit und gegen Diskriminierung. Durch Initiativen wie diese kann Bewusstsein geschaffen und dadurch soziale Ausgrenzung verhindert werden. Die Vienna Pride zeigt, dass wir eine moderne, solidarische und diverse Gesellschaft sind“, sagte sie anlässlich dem Hissen der Flagge im Jahr 2015. Sie nahm auch persönlich an der Parade teil.

Und auch persönlich war Sabine Oberhauser an der Seite der Community. Als sich Gery Keszler im Mai 2015 in seiner Life-Ball-Rede als HIV-positiv outete, sagte sie, die Rede habe deutlich gemacht, „worum es geht: Toleranz, Respekt, Großzügigkeit“.

„Schrecklicher Verlust“ für Frauen- und LGBT-Bewegung

Dem entsprechend ist auch die Trauer in der Community groß. Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, twitterte ihre „große Trauer um eine Kämpferin für Frauen und Gerechtigkeit“. Christian Högl, Obmann der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, schrieb auf Facebook, Oberhausers Tod sei ein „schrecklicher Verlust“, auch „für die Frauen- und die Lesben- und Schwulenbewegung, die eine engagierte Kämpferin verlieren.“

Und auch in der sozialdemokratischen LGBT-Organisation SoHo ist man „traurig  und geschockt“ über Oberhausers Tod. „Danke für deine tolle Unterstützung zu LSBTI Themen, Danke für die tolle Zusammenarbeit!“, so Bundesvorsitzender Peter Traschkowitsch und seine Stellvertreterin Michaela Menclik.

Sabine Oberhauser hinterlässt einen Ehemann und zwei Töchter.