[Video] Stürzt YouTuberin Shirin David über ihr Video mit YouTuber Mert?

Der YouTuber hat sich schon in der Vergangenheit schwulenfeindlich geäußert - jetzt muss er dafür die Konsequenzen tragen

Its Mert TV
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Ins Fettnäpfchen hat sich die bekannte YouTuberin Shirin David gesetzt: Die Jurorin der RTL-Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) wird für ein gemeinsames Video mit ihrem Vlogging-Kollegen Mert Eksi („It’s Mert TV“) kritisiert – denn der hat sich in der Vergangenheit offen schwulenfeindlich geäußert. Der Versuch, Shirin zu verteidigen, ging für Mert übrigens schief: Aus dem Statement wurde eine schwulenfeindliche Schimpftirade, seine Vermarktungsfirma hat daraufhin die Zusammenarbeit mit ihm beendet.

Die Geschichte beginnt mit einem an sich harmlosen Video von Shirin und Mert. Es geht um eine Nutella Challenge – die einzige Sprengkraft, die dieses Thema normalerweise entfalten kann, liegt wohl bei der Zahl der Kalorien. Doch dann machen YouTube-User Shirin darauf aufmerksam, mit wem sie da ein Video gedreht hat.

„Ich bin offiziell gegen Schwule“, sagte Shirins Video-Partner Mert

Denn Mert hat sich in der Vergangenheit bereits öfter schwulenfeindlich geäußert. „Ich schwör‘, ich bin gegen Schwule, und jetzt? […] Wer so etwas toleriert, soll mich nicht tolerieren. Ich bin offiziell gegen sowas!“, sagte er in einem seiner Videos. Das griff wiederum der offen schwule YouTuber Serg Darling auf, und er kritisierte Shirin David, weil die zwei Millionen Follower starke  YouTuberin „mit dieser Kooperation ihre Fans auf einen offenen Schwulenhasser aufmerksam macht und ihm eine Plattform bietet“, wie er gegenüber BRAVO.de sagt.

Und die Zahlen zeigen, dass er recht hat: Durch das gemeinsame Video mit Shirin David hat Mert Eksi 40.000 neue Abonnenten auf YouTube gewonnen. Mittlerweile wurde das gemeinsame Video gelöscht. Kritik von Serg Darling gibt es aber trotzdem. „Was mich an Shirin David stört ist, dass sie nicht einsieht, dass Leute wie Mert dazu beitragen, dass offen Homosexuelle wie ich auf der Straße oder im Internet angefeindet, angespuckt, angegriffen werden“, erklärt er.

Shirin David rudert jetzt zurück – aber warum wusste sie nichts von den hässlichen Aussagen von Mert?

Die angesprochene Shirn David windet sich in ihrer Stellungnahme um klare Worte: „Mert ist ein Freund von mir und das wird er weiterhin bleiben! Ich unterstütze jedoch keine seiner Aussagen bzw. Schwulenhass“, sagt sie. Es tue ihr „von Herzen leid, dass ich euch verletzt habe. Das war nicht meine Absicht“. Außerdem sagt sie, dass sie selbst homosexuelle Freunde habe und sich mit dieser Thematik und ihren Problemen beschäftige.

Doch das reicht Serg Darling nicht. „Hätte sie das wirklich getan, wäre sie mit so einer Person bestimmt nicht befreundet. Sie geht bisher auf Kritik überhaupt nicht ein. Shirin sagt nur, dass das, was sie getan hat, nicht falsch ist. Es gibt Einstellungen, die darf man einfach nicht akzeptieren – Homophobie gehört dazu.“

Mert will sich rechtfertigen – mit einer Schimpftirade gegen Schwule

Auch Mert Eksi hat sich mittlerweile zu diesem Skandal geäußert. Seine Stellungnahme ging allerdings gründlich in die Hose. In einem Video mit dem Titel „Statement“ beleidigt der YouTuber Schwule erneut auf übelste. In der 15-minütigen Schimpftirade bekräftigt der er noch einmal seine negative Einstellung gegenüber Homosexuellen: „Ich toleriere Schwule einfach nicht. Ich akzeptiere das nicht“, macht er seine Position gegen Anfang des Videos klar. Er halte Schwulsein für „unmenschlich“, so Mert weiter, und: „Ich bin gegen Schwule. Akzeptiert das.“ Mittlerweile wurde auch dieses Video gelöscht.

Jemand, der diese Aussagen nicht akzeptiert, ist Merts Plattform-Partner Divimore. Die zur RTL-Gruppe gehörende Firma unterstützt den YouTuber unter anderem bei Produktion und Veröffentlichung seiner Rap-Videos und vermarktet die Zugriffe auf seinen Kanal. Bis gestern. „Das gestrige Video mit dem Titel ‚Statement‘ gehört ohne Zweifel zu der Art von Inhalten, denen wir nicht weiter eine Plattform bieten möchten und von denen wir uns klar distanzieren. Dieses als auch weitere Videos sind in ihrem Inhalt und ihrer Sprache weit entfernt von dem, wofür Divimove steht – Respekt, Toleranz und Gleichheit.“, erklärte die Firma auf ihrer Facebook-Seite. Und fügt hinzu: „Wir haben Mert heute Vormittag darüber informiert, dass wir unsere Zusammenarbeit mit ihm mit sofortiger Wirkung beenden.“

Nach dem Rausschmiss bei seinem Plattform-Partner gibt sich Mert weiter trotzig

Mert selbst scheint aus all diesen Vorgängen nichts gelernt zu haben. In einem zweiten Statement-Video behauptet der YouTuber, dass er selbst sich sowieso von Divimove trennen wollte. Er habe jedoch die Kündigungsfristen immer versäumt.  Außerdem beschwert er sich über die Sperrung seines ersten Statement-Videos und inszeniert sich als Opfer. „Ich habe Angst, dass ich angeschossen werde, weil man was gegen Schwule sagt“, sagt er seinen Abonnenten.

Schwulenfeindlich will er nun ebenfalls nicht mehr sein: „Love is Love, if gay or not gay – Love is Love“, sagt er nicht sehr überzeugt am Ende des Videos, während er ein weißes Plüschherz in die Kamera hält. Authentischer ist da schon der Satz, den er davor sagt: „Ganz Deutschland redet er über mich“, scheint er sich zu freuen.