Berlin: Homophober Angriff in der Straßenbahn

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In den frühen Morgenstunden des Samstags wurde in Berlin ein Mann bei einem schwulenfeindlichen Angriff in einer Straßenbahn leicht verletzt. Das berichtet die Berliner Polizei in einer Presseaussendung.

In der Straßenbahn sprach ein Trio ein schwules Paar an – und schlug zu

Der 39-Jährige und sein ein Jahr älterer Freund waren gegen 1.50 Uhr in einer Tram der Linie M10 in Richtung S- und U-Bahn-Station Warschauer Straße unterwegs. Kurz vor der U-Bahn-Station Bernauer Straße sprachen ihn zwei Männer und eine Frau an und fragten ihn, ob er schwul sei.

Als er diese Frage bejahte, beschimpfte ihn das Trio schwulenfeindlich und schlug ihm ins Gesicht. Einer der Täter schlug ihm eine Flasche auf den Kopf, dann flüchteten sie bei der Station Bernauer Straße aus der Tram.

Der 39-Jährige erlitt Verletzungen im Gesicht und klagte über Kopfschmerzen. Sein Lebensgefährte blieb unverletzt, so die Presseaussendung der Berliner Polizei. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die Ermittlungen übernommen.

Immer wieder Angriffe auf schwule Männer in öffentlichen Verkehrsmitteln

Übergriffe gegen schwule Männer in oder vor öffentlichen Verkehrsmitteln häufen sich in Berlin in den letzten Monaten. Anfang November wurde ein 24-Jähriger an der Haltestelle an der Ecke Falkenberger Chaussee/Welsestraße im Stadtteil Neu-Hohenschönhausen wegen seiner Homosexualität verletzt.

Im Dezember wurden drei schwule Jugendliche zunächst in der U8 schwulenfeindlich beschimpft und dann in der Station Alexanderplatz verprügelt. Zwei Wochen zuvor wurden zwei Männer in der U8-Station Boddinstraße von einer Gruppe beleidigt und dann getreten.

Der aktuellen Kriminalstatistik zufolge wurden der Polizei im Jahr 2015 dreißig Prozent mehr homophobe Vorfälle gemeldet als im Jahr zuvor. Die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher sein.