Malaysia wollte „Die Schöne und das Biest“ zensieren – doch Disney blieb hart

Die harte Haltung gegenüber der Zensurbehörde hat sich ausgezahlt!

Gaston und LeFou
Disney/Laurie Sparham

Eigentlich ist der neue Disney-Film „Die Schöne und das Biest“ eine klassische Familienschnulze. Würde der Diener LeFou nicht in einer Szene seinen Herren, den Bösewicht Gaston etwas zu deutlich anhimmeln und gegen Ende des Films mit einem anderen Mann tanzen. Länder und Gruppen, die ein Problem mit Lesben und Schwulen haben, machen deshalb gegen den Film mobil. Doch der Disney-Konzern bleibt hart – mit Erfolg.

„Es gibt ein kleines Problem mit einem schwulen Augenblick…“

So etwa die Zensurbehörde in Malaysia, dem bevölkerungsreichsten islamisch geprägten Staat der Erde. Sie hat den Film wegen dieser Szenen vorübergehend für das gesamte Land gesperrt. „Wir hätten den Film freigegeben, aber es gibt ein kleines Problem mit einem schwulen Augenblick“, erklärte Abdul Halim, Vorsitzender der Behörde. „Es ist nur diese kleine Szene, aber sie ist unangebracht, weil sich viele Kinder diesen Film ansehen werden“, erklärt er weiter.

Doch Disney machte klar: „Der Film wurde nicht und wird nicht für Malaysia umgeschnitten“, erklärte ein Sprecher des Konzerns dem US-Finanznachrichtendienst Bloomberg. Homosexualität ist in Malaysia illegal und kann mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden.

Und diese harte Linie zahlte sich aus. „Wir freuen uns, bekanntzugeben, dass Disneys ‚Die Schöne und das Biest‘ nun zur Aufführung in Malaysia am 30. März ohne Änderungen freigegeben wurde, mit einer Altersfreigabe ab 13 Jahren“, heißt es in einer Stellungnahme.

Auch in Russland blieb Disney gegenüber den Zensoren hart

Ähnliche Beanstandungen für „Die Schöne und das Biest“ gab es übrigens auch in Russland – und auch dort blieb Disney hart. Das führt zu dem paradoxen Zustand, dass der Familienfilm dort erst ab 16 Jahren freigegeben ist. Dem notorisch homophoben Parlamentsabgeordneten Witali Milonow reichte selbst das nicht: Er forderte unter Berufung auf das von ihm eingebrachte Gesetz gegen „Homo-Propaganda“, dass der Film in Russland verboten werde.

„Die Schöne und das Biest“ ist letzte Woche in Österreich gestartet. Der Film ist in allen Bundesländern ab acht Jahren freigegeben.