Berlin: Lesbe am Alexanderplatz krankenhausreif geprügelt

Schwere Kopfverletzungen, weil sie mit ihrer Freundin zusammen über den Platz ging

Berlin, Alexanderplatz
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Eine homophobe Attacke hat es in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Berlin gegeben. Eine 24-Jährige wurde von einem Mann angegriffen – vermutlich, weil sie mit ihrer Lebensgefährtin unterwegs war. Das berichtet die „B.Z.“ Die Verletzungen waren so schwer, dass sie noch immer im Krankenhaus behandelt wird. Nun sucht die Polizei nach Zeugen.

Das Opfer hatte schwere Verletzungen an Kopf und Gesicht

Um 4.53 Uhr wurden Feuerwehr und Polizei zu einer verletzten Frau in die Panoramastraße beim Alexanderplatz gerufen. Sie hatte schwere Verletzungen am Kopf und im Gesicht und mehrere Zähne verloren. Rettungssanitäter brachten sie ins Virchow-Klinikum, dort wird sie noch behandelt. Ihr Zustand sei stabil, so die Polizei. Allerdings ist sie bis jetzt noch nicht vernehmungsfähig.

Bisherigen Ermittlungen zufolge wurde die 24-Jährige von einem Mann angegriffen. Er soll mit Fäusten auf sie eingeschlagen haben – bis sie zu Boden geht. Begleitet wurde der mutmaßliche Täter von einem weiteren Mann und einer Frau. Sie waren entgegen ersten Erkenntnissen an der Tat nicht beteiligt.

Der mutmaßliche Täter konnte unerkannt fliehen

Der Unbekannte und seine Begleitung konnten unerkannt fliehen – obwohl zwei Streifenwagen und Kräfte der Bundespolizei die Umgebung rund um den Tatort abgesucht haben. Alarmiert wurden die Beamten von zwei Begleiterinnen des Opfers. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat, wie bei allen Verbrechen gegen sexuelle Minderheiten, die Ermittlungen übernommen.

Nun bittet die Polizei die Öffentlichkeit um Mithilfe: Sie sucht nach Zeugen den Angriffs oder Personen, die Angaben zum Angreifer, seinen Begleitern und deren Aufenthaltsort machen können. Auch weitere sachdienliche Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Der zuständige Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin ist unter +49/(0)30/4664-953 100 oder der E-Mail-Adresse [email protected] erreichbar.

Immer wieder gibt es am Alexanderplatz Gewalt gegen Lesben und Schwule

Der Alexanderplatz gilt als einer der Kriminalitätsschwerpunkte Berlins. Immer wieder werden dort auch Lesben und Schwule angegriffen: Im Dezember wurden drei schwule Jugendliche am hellichten Tag zunächst in der U8 schwulenfeindlich beschimpft und dann in der Station Alexanderplatz verprügelt.

Ende Juli 2016 wurden drei junge Männer im am Alexanderplatz geschlagen und mit Pfefferspray besprüht. Grund für den Angriff soll die Homosexualität der Opfer gewesen sein. Wenige Tage später wurden zwei schwule Männer am Alexanderplatz wegen ihrer Homosexualität zunächst beleidigt und dann geschlagen – geholfen wurde ihnen von einem Polizisten außer Dienst, der gerade auf dem Weg in die Arbeit war. Keine zwei Wochen später wurde ebenfalls am „Alex“ ein 19-Jähriger in Frauenkleidung beschimpft und geschlagen.