„Arschfickende Männer“ und Lesbenpornos: Skandal um AfD-Kandidat an Schule

Der umstrittene AfD-Direktkandidat Wolfgang Rotsolk wird nach einem seltsamen Auftritt für seine Partei zum Problem

Wolfgang Rotsolk
AfD Schleswig-Holstein

Für Entsetzen und Kopfschütteln hat im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein ein Landtags-Kandidat der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) gesorgt. Bei einer schulischen Informationsveranstaltung in der Meldorfer Gelehrtenschule, einem seit mehr als 475 Jahren bestehenden Gymnasium, sorgte AfD-Direktkandidat Wolfgang Rotsolk mit seinen Aussagen über Homosexualität für einen Eklat. Das berichtet das „Hamburger Abendblatt“.

AfD-Direktkandidat Wolfgang Rotsolk war zu einer Informationsveranstaltung zur Wahl eingeladen

Zu der Informationsveranstaltung hatte die Schule Vertreter von CDU, SPD, Grünen, FDP, Piraten, Linke, dem Südschleswigsche Wählerverband (SSW) und der AfD eingeladen. Denn zum ersten Mal dürfen bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 7. Mai auch 16-Jährige wählen – darum bieten viele Schulen in dem Bundesland nun solche Veranstaltungen für Erstwähler an.

Dabei benahm sich der 76-Jährige, der vor seiner Karriere bei der AfD bis 2009 als Abgeordneter der Linken im Gemeinderat der Stadt Burg in Dithmarschen war, bevor er im Streit fliegend zu den Piraten wechselte, von Anfang an ein wenig sonderlich. Als Rotsolk vor dem Podium sein Eingangsstatement halten sollte, verwies er einfach auf das Wahlprogramm der AfD. Dort sei alles nachzulesen.

„Lesbenpornos sehe ich mir ganz gerne an“, gestand der Politiker vor Minderjährigen

Besonders bizarr wurde es dann im zweiten Teil der Informationsveranstaltung. Jeder der acht Landtagskandidaten wurde in einem Klassenzimmer von Schülern befragt. Als er gefragt wurde, wie er zu Homosexuellen stehe, antwortete  Wolfgang Rotsolk: „Die Männer sollen sich ruhig weiter selbst gegenseitig in den Arsch ficken. Lesbenpornos sehe ich mir ganz gern an.“

Den Schülern blieb nach dieser Aussage buchstäblich der Mund offen. Ein anwesender Lehrer unterbrach das Gespräch und schickte die Schüler aus dem Raum. Gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ bestätigte Schülervertreter Tom Arndt die Aussage des AfD-Politikers. Rotsolk selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Doch für Arndt ist nach diesem Eklat klar: „Die Schüler haben jetzt die Möglichkeit, die AfD begründet nicht zu wählen.“

Realistische Chancen, in den Landtag von Schleswig-Holstein zu kommen, hat Wolfgang Rotsolk übrigens nicht: Dass er als Direktkandidat für den Landtagswahlkreis Dithmarschen-Süd einzieht, gilt als unwahrscheinlich, und einen Platz auf der Landesliste hat der 76-Jährige nicht. Bei der letzten Landtagswahl versuchte er übrigens erfolglos, als Direktkandidat für die Piraten in den Landtag zu kommen.