Festakt im Parlament: Grüne Andersrum feiern ihren 20. Geburtstag

"Durch Durch aus der EU und von den Höchstgerichten wurden wir rechtlich nach vorne katapultiert", so Ulrike Lunacek

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Die Grünen

Mit einem Festakt im Parlament haben die Grünen Andersrum, die LGBT-Organisation der Grünen, am Freitag ihren 20. Geburtstag gefeiert.

Sichtbarkeit und Akzeptanz als Ziele der Grünen Andersrum

Für sie war es von Anfang an klar, dass es demokratie- und gesellschaftspolitische Veränderungen nur geben könne, wenn die vielfältigen Lebensweisen sexueller Minderheiten sichtbar sind und als Bereicherung gesehen werden können. Doch der Weg ist noch lang: „Unser Ziel ist es, dass Lesben, Schwule, Bi*, Trans* und intergeschlechtliche Personen in Freiheit und ohne Angst leben können“, so das Ziel der Grünen LGBT-Organisation.

Die ersten zwanzig Jahre auf diesem Weg wurden nun gebührend gefeiert: Mit Musik von Mika Vember und Martti Winkler, Tanz von Les Schuh Schuh sowie mit der Moderation von Tamara Mascara gab es einen sentimentalen Rückblick und eine hoffnungsfrohe Vorschau.

Lunacek: „Mit Mut, Kreativität und Humor wurden Vorurteile zum Positiven verändert“

Unter den Gratulanten war auch Ulrike Lunacek, offen lesbische Vizepräsidentin des EU-Parlaments und Vorsitzende der LGBTI-Intergroup: „Im europäischen Vergleich sind wir die einzige LGBTI-Organisation einer Partei, die mit Mut, Kreativität und Humor einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet hat, die alten und vorurteilsbeladenen Bilder von Lesben, Schwulen, Bi*, Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in weiten Bevölkerungskreisen zum Positiven zu verändern“, so die EU-Parlamentarierin.

Innerhalb der letzten Jahre habe sich seit der Gründung der Grünen Andersrum viel verändert, erinnert sich Lunacek: „Durch den Druck aus der EU und durch Gerichtsurteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, sowie Höchsturteile des Verfassungsgerichtshofes in Österreich wurden wir rechtlich nach vorne katapultiert“, freut sie sich.

Gerade abseits der Städte ist es nach wie vor wichtig, gegen Homophobie aufzutreten

Doch für die LGBT-Organisationen der Grünen gibt es weiterhin viel zu tun: „Gerade abseits der Städte, in den ländlichen Regionen, ist es besonders wichtig, uns öffentlich zu positionieren und laut und deutlich gegen Homo-, Lesben- und Transphobie aufzutreten. Wir sind Anlaufstelle, Beratungszentrum und auch bei Stammtischen anzutreffen“, erklärt Thomas Lechleitner, Bundes- und Landessprecher in Tirol.

„Unsere Forderung ‚Gleiche Rechte für gleiche Liebe‘ blieb all die Jahre über aktuell und die Sichtbarkeit von Lesben, Schwulen, Bi*, Trans* und intergeschlechtlichen Menschen ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit“, erklärt Ewa Dziedzic, Grüne LGBTI-Sprecherin und Bundessprecherin der Grünen Andersrum.