ÖVP-Jugend: 500 Euro Spende für die Öffnung der Ehe?

Ein peinlicher Fehler könnte zu Unterstützung der Initiative "Ehe gleich!" führen

Einladung der JVP
Screenshot/Facebook

Ins Fettnäpfchen ist die Junge ÖVP (JVP) mit dem neuen VP-Nationalrats-Mandatar Christoph Vavrik getreten: Bei einer Einladung zu einer Diskussionsveranstaltung hat die Jugendorganisation der Volkspartei ein Bild verwendet, für das die Rechte noch bei Vavriks ehemaliger Partei, den Neos, liegen. Das könnte die schwarze Jugend nun teuer zu stehen kommen – oder auf eine ganz andere Weise ungewohnt werden.

Junge Volkspartei lädt Vavrik zum Talk ein

So lädt die JVP, deren Vorsitzender Außenminister Sebastian Kurz ist, auf Facebook für nächste Woche zu „60 Minuten auf den Punkt mit Nationalrat Christoph Vavrik“ ins noble Café Diglas im Schottenstift im 1. Wiener Gemeindebezirk ein. Zunächst wurde die Veranstaltung mit einem Bild von Christoph Vavrik illustriert – und das könnte die VP-Jugend nun teuer zu stehen kommen.

Denn das Foto stammt noch aus jener Zeit, in der Vavrik Abgeordneter der Neos war. Vavrik sollte seinen Sessel räumen, weil er die erste Adoption durch ein schwules Paar in Wien als „gesellschaftliche Abartigkeit“ auf Facebook mit Sklaverei verglichen hat.

Daraufhin forderte ihn seine Partei auf, den Nationalrat zu verlassen. Anstatt auf sein Mandat zu verzichten, wechselte er allerdings mit fliegenden Fahnen zur ÖVP, die sich nun über einen weiteren zusätzlichen Mandatar freuen kann.

Das Foto für die Einladung hat sich die JVP von den Neos „geborgt“

Das Bild wurde von einem Fotografen im Auftrag der liberalen Partei gemacht. Und die haben die Rechte auf das Foto. Eine Genehmigung zur Verwendung wurde der JVP nicht gegeben. Sie hat damit gegen das Urheberrecht verstoßen.

Und das wird normalerweise teuer. Doch die Neos machen der Jungen ÖVP ein Angebot, um die Sache gütlich zu regeln: Die Jugendorganisation soll dem Rechtskomitee Lambda (RKL) 500 Euro für die Initiative „Ehe gleich!“ spenden – dann vergisst der politische Mitbewerber den Rechtsbruch.

Das wäre für die Junge ÖVP vermutlich besonders unangenehm: Schließlich blockiert die Mutterpartei in der Regierung die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare seit Jahren – auch mit der Stimme ihres Vorsitzenden, Außenminister Sebastian Kurz.

Eine Stellungnahme der JVP zu der pikanten Causa steht noch aus. Auch eine Anfrage von GGG.at wurde von der schwarzen Parteijugend noch nicht beantwortet. Das Foto wurde mittlerweile entfernt.