[Video] Tschetschenien: Will Kadyrow alle Schwulen in einem Monat töten?

Britische Quellen geben Anlass zur Sorge

Symbolbild: Ramzan Kadyrow
Symbolbild - premiumPIX

In gut einem Monat möchte der tschetschenische Präsident Ramzan Kadyrow alle schwulen Männer in seinem Land umgebracht haben. Das geht zumindest aus unbestätigten Quellen hervor, die der britische Außen-Staatssekretär Alan Duncan während einer Parlamentssitzung in London zitiert hat.

Menschenrechtsgruppen hätten berichtet, dass die Koordination der schwulenfeindlichen Aktionen und Tötungen aus dem Umfeld des Präsidenten käme, so der offen schwule Politiker. Kadyrow habe „bereits in der Vergangenheit andere gewalttätige Aktionen ausgeführt, und dieses Mal richtet sich seine Aufmerksamkeit auf die LGBT-Community“, so Duncan weiter.

„Bis zum Start des Ramadan“ soll Kadyrow die Community „beseitigen“ wollen

Und er fügt hinzu: „Quellen haben berichtet, dass er diese Gemeinschaft bis zum Start des Ramadan beseitigen möchte. Solche Stellungnahmen, Einstellungen und Taten sind mehr als verachtenswert“, so der Staatssekretär für Angelegenheiten des Äußeren und des Commonwealth. Der islamische Fastenmonat Ramadan beginnt in diesem Jahr am 26. Mai.

Mittlerweile hat das britische Außenministerium der Online-Nachrichtenseite PinkNews bestätigt, dass Präsident Kadyrow eine entsprechende Drohung in russischsprachigen Medien ausgesprochen habe, die dem Ministerium vorliegen.

England und Schweden erhöhen diplomatischen Druck

Duncan hat auch bestätigt, in dieser Angelegenheit direkt mit seinem russischen Gegenüber, dem stellvertretenden russischen Außenminister Wladimir Titow, gesprochen zu haben. Und auch auf diplomatischer Ebene erhöht sich der Druck: Das schwedische Außenministerium habe am Donnerstag den russischen Botschafter Wiktor Tatarinzew einbestellt, bestätigte Ministeriumssprecherin Johanna Westlund.

Dort stellt man auf stur: Wladimir Putins Pressesprecher Dimitri Peskow hat Ende letzter Woche alle Vorwürfe, in Tschetschenien würden schwule Männer systematisch verschleppt und gefoltert werden, zurückgewiesen. Ihm lägen keine Bestätigungen über Gewalt oder Festnahmen vor, sondern nur „Phantom-Beschwerden“ anonymer Personen, die sich an die Strafverfolgungsbehörden wenden sollten.

Auch in Tschetschenien weist man die Berichte unabhängiger Medien zurück: So habe sich der Menschenrechtsrat der Kaukasusrepublik in den letzten Tagen die angeblichen Geheimgefängnisse angesehen und dort nichts gefunden, erklärte Kadyrow am Samstag. Stattdessen griff er die Journalisten an, die diese Vorgänge aufgedeckt hätten: Die „korrupten, teuflischen Journalisten“ sollten „vor dem tschetschenischen Volk niederknien, weil sie es beleidigt und gedemütigt“ hätten, so der Präsident der russischen Kaukasusrepublik.