England: Bis zu 30 Burschen prügeln fünf Lesben nieder

„Mit dem ersten Schlag habe ich alle sieben Vorderzähne verloren und mein Kiefer war gebrochen“

Sujetbild: Polizei in England
Symbolbild - Fotolia

In der englischen Hafenstadt Portsmouth sind fünf junge Lesben von einer Gruppe Männern brutal verprügelt worden. Das berichtet die Lokalzeitung „The News“. Einige von ihnen wurden dabei gravierend verletzt. Gegenüber der BBC erheben die Opfer jetzt auch Anschuldigungen gegenüber der Polizei.

Als die Frauen ein Pub verließen, beschimpften sie die Burschen

Es war letzten Sonntag, als acht Frauen „I’m In The Mood For Dancing“ singend aus dem „Blue Anchor“, einem Pub in Portsmouth, gingen. Daraufhin wurden sie von einer Gruppe von Männern, die vor einem nahegelegenen Club standen, lesbenfeindlich beschimpft. Und schnell folgten den Worten auch Fäuste.

Als die ersten Frauen auf dem Boden lagen, wollten ihre Freundinnen ihnen helfen – was nur dazu führte, dass noch mehr Männer sich an der Prügelei beteiligten. Zum Schluss schlugen bis zu dreißig Männer auf fünf Frauen im Alter von 23 bis 32 ein. „Mit dem ersten Schlag habe ich alle sieben Vorderzähne verloren und mein Kiefer war gebrochen“, erinnert sich ein 23-jähriges Opfer, das wie alle anderen Frauen anonym bleiben möchte, gegenüber „The News“.

„Da war überall Blut“

Auch sonst gingen die Täter mit außerordentlicher Brutalität vor: „Ich habe mich umgedreht und einer hat auf den Kopf eine Frau getreten. Ich habe sie angefleht aufzuhören“, erinnert sich die Schwester eines Opfers, die Zeugin des Angriffs wurde. Und das 23-jährige Opfer fügt hinzu: „Es hat sich angefühlt, als würde es ewig dauern, aber die Polizei hat gesagt, es waren nur zehn Minuten.“ Und ein 32-jähriges Opfer fügt hinzu: „Da war überall Blut.“

„Als die Männer von den Mädchen abgelassen hatten, schlugen sie noch immer die ältere Frau, so zwanzig bis dreißig Mal. Ich bat sie aufzuhören. Sie haben es nicht getan, bis sie die Sirenen hörten, dann haben sie sie liegengelassen und sind weggerannt“, erinnert sich die Schwester des Opfers: „Es war furchtbar. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Ich hatte Alpträume.“

„Mindestens sieben Männer haben nicht aufgehört, sie zu verprügeln“

Einer Frau wurde immer wieder in die Brust geschlagen. „Mindestens sieben Männer waren auf ihr, und sie haben nicht aufgehört, sie zu verprügeln“, erinnert sich ein anderes Opfer: „Es war wie eine Gewaltorgie ihrerseits.“

Eine 32-Jährige wurde von dem Männer-Mob schon zu Beginn der Prügelei gegen den Rolladen eines Geschäfts geworfen. „Es war eine große Gruppe, mindestens sieben, sie haben einfach auf mich eingedroschen“, erinnert sie sich: „Ich erinnere mich nur daran, dass ich versucht habe, mich zu schützen. Sie haben versucht, mich auf den Boden zu bringen.“

Die zuständige Polizei von Hampshire hat bestätigt, in einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen zu ermitteln. Vier Männer im Alter von 25 bis 27 Jahren wurden wegen des Verdachts auf Körperverletzung vorläufig festgenommen. Mittlerweile sind sie wieder auf freiem Fuß.

Opfer erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Und nicht nur das stößt den Opfern sauer auf: Zwei Frauen haben sich nun in den BBC-Regionalnachrichten zu Wort gemeldet. So soll die Polizei zugelassen haben, dass einige mutmaßliche Angreifer mit dem Taxi den Tatort verlassen konnten.

„Ich glaube nicht, dass sie gut reagiert haben“, sagte ein Opfer: „Wir haben der Polizei gesagt, wer die Leute angegriffen hat, und sie haben sie in Taxis fortfahren lassen. Keine anderen Zeugen wurden gebeten, ihre Aussagen zu machen. Es waren 20-30 Männer beteiligt – ich verstehe nicht, warum nur vier festgenommen wurden.“

Ein anderes Opfer sagte der BBC, dass die Polizei nicht einmal überprüft habe, wie es den Opfern ging. „Es wurden keine Fotos von den Verletzungen gemacht. Ich wurde angefasst, genauso wie die anderen Mädels. Es hätte eine Polizistin vor Ort sein müssen.“